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Das Ende des Glücks

 
Autor: Marcus Blumberg Sonntag, 04. Januar 2009
 

Es war klar, dass die unglaubliche Glückssträhne der Colts irgendwann mal ein Ende finden musste und nun ist es also tatsächlich passiert. Schon in ihrem ersten Playoff-Spiel wurde deutlich, dass sie in diesem Jahr nicht für die Playoffs gebaut waren. Sicher gewannen sie neun Spiele in Serie, doch das im Grunde nur, weil Peyton Manning einen Pass nach dem anderen anbrachte und die Offensive so eben am Ende mehr Punkte erzielte als der Gegner. Zudem half der Gegner in vielen Beispielen immer tatkräftig mit durch eigene Fehler oder dusselige Strafen. Dieses Mal konnte ihnen der Gegner aber auch nicht mehr helfen und die Schiedsrichter waren ebenfalls machtlos.

Es bewahrheitete sich viel mehr, dass Indy nicht gegen den Lauf verteidigen konnte, was nun mal die größte Stärke der Chargers ist. LaDainian Tomlinson stand zwar fast das ganze Spiel an der Seitenlinie, aber für einen Touchdown reichte es dann doch. Den Rest besorgten Darren Sproles auf dem Boden und Antonio Gates durch Receptions mit anschließendem Kampf um so wichtige zusätzliche Yards nach dem Catch.

Überragend waren darüberhinaus die Special Teams und die Chargers-Defense, die nur beim Wayne-Touchdown nicht im Bilde war. Ansonsten beeindruckten sie mit Verschleierungen ihrer Formation bis nach der Spielzugsanpassung von Peyton Manning und machten selbst diesem Meister der Anpassung das Leben sichtlich schwer. Erschwerend hinzu kam, dass die Colts nach Punts grundsätzlich kurz vor ihrer eigenen Endzone starten mussten dank der überragenden Punts von Mike Scifres.

Während des Spiels gab es allerdings auch wieder einige Anzeichen von Hilfestellungen für die Colts. So war die Pass Interference, die dem Touchdown von Joseph Addai zuvor ging, höchst zweifelhaft und dann ließen die Chargers auch noch vier mögliche Interceptions fallen, von denen nur eine wirklich kompliziert erschien. Doch all das half den Colts nichts, denn am Ende ließen sie einfach zu viel zu in der Defensive.

Man kann wirklich sagen, dass die Colts von 2008 das am wenigsten ausgeglichen besetzte Colts-Team seit vielen Jahren war. Nachdem man in letzter Zeit auch in der Defensive immer mehr an Stärke gewann, war das dieses Jahr wieder weg. Die Laufverteidigung ging überhaupt nicht mehr und so war man wieder darauf angewiesen, dass die Offensive so viele Punkte erzielt, dass der Gegner zum Pass gezwungen wird, da die Zeit ausgeht. Dann glänzte man mit einem sehr guten Pass Rush und schnellen, weil relativ leichten, Linebackern und Defensive Backs.

Nun ist die Serie von neun Siegen in Folge vorbei und der Blick nach vorn steht an. Tony Dungy hat angekündigt, eine Woche nach dem letzten Spiel über seine Zukunft zu entscheiden, d. h. wir werden in Kürze erfahren, wie es weitergeht in Indianapolis. Bis dahin heißt es abwarten und die Playoffs als Zuschauer beobachten.

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