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Das Death Valley Erlebnis
Am Wochenende stand, wie die meisten wohl wissen, das Spiel der Florida Gators bei den LSU Tigers auf dem Programm. Das Spielgeschehen wurde bereits ausreichend behandelt, doch für einige ist vielleicht das Rahmenprogramm eines solchen Football-Spiels recht interessant. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen und einmal etwas über den Spieltag in Baton Rouge zu berichten.
Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass Football im Süden besonders wichtig ist. Gerade die SEC hat eine sehr treue und aktive Fangemeinde. In Louisiana ist somit jedes Heimspiel ein staatlicher Feiertag, sozusagen. Dieses Spiel sollte natürlich von besonderer Brisanz sein. Zunächst einmal stand mit Florida das Top-Team der Nation auf dem Programm, mit welchem man sich seit Jahren heiße Duelle liefert. Nach dem Sieg gegen Georgia war LSU als Nummer 4 der Ranglisten geführt, wodurch das Spiel eine historische Bedeutung – seit langer Zeit haben sich keine Top-5-Teams im Tiger Stadium duelliert – haben sollte. Hinzu kam noch die ausstehende Bedeutung für die Ranglisten und die am Sonntag erscheinenden BCS-Rankings. Es ging also um Meister-Ambitionen und natürlich die Ehre. Zudem hatte LSU noch zahlreiche Rekruten eingeladen, sodass eine gute Leistung und Atmosphäre wichtig sein würde.
Der richtige Rahmen war also gegeben, um einen Besuch in Baton Rouge zu einem Erlebnis zu machen. Viele Journalisten beschreiben ein Abendspiel im Tiger Stadium als seines der besten Erlebnisse im College Football. Zunächst erkundete ich New Orleans und die bekannte Bourbon Street im französischen Viertel. Dort war jedoch der Fanclub der Gators zu finden, welche natürlich am Vorabend alle nach New Orleans geflogen oder gereist waren. Die Stimmung war jedoch prima, sodass man sich langsam auf das Spiel einstellen konnte. Der Samstag beginnt ordnungsgemäß mit dem Tailgaten. Rund um das Stadion und auf dem gesamten Campus findet man Wohnmobile mit Vorzelten, Campingzelte oder einfach nur Pick-Up-Trucks, welche als Tailgate-Stätte dienen. Trotz des eher schlechten Wetters, bewölkt und hohe Regenwahrscheinlichkeit, waren mehr als genug Fans angereist. Dies hing vermutlich auch mit dem ESPN College Gameday zusammen, welcher LSU als Studio-Standort für diesen Spieltag gewählt hatte und schon morgens mit seinem Programm begann. So waren schon in den frühen morgen Stunden die ersten Zelte aufgebaut und komplett ausgerüstet. Dieselgeneratoren, Breitbildfernseher, Musikanlagen, Grills, Kühltruhen, Bänke, Stühle, Tische, Snacks, Zapfanlagen, Spielkonsolen, es mangelte an nichts. Viele der Studenten und Fans aus dem ganze Staat haben ihren festen Stellplatz für das Tailgaten und viele der Besucher aus dem Umland sind schon Mittwochs oder Donnerstags angereist. Gegen Mittag nahm die Party langsam an Fahrt auf, da mehr und mehr Fans auf dem Campus eintrafen. Man schaute Vorberichte und andere College-Spiele im TV und unterhielt sich mit anderen Fans. Man stellte sich gemütlich auf das Spiel ein. Ein paar LSU-Fans hatten, dem Spiel entsprechend, gegrillten Alligator auf der Speisekarte, was einmal mehr die subtilen Feinheiten eines solchen Tailgates unterstreicht.
Etwa zwei Stunden vor dem Spiel begannen dann die Förmlichkeiten. Spieler zogen ins Stadion ein und die Golden Band from Tigerland marschierte über den Victory-Hill gen Stadion. Ein kleiner Stop in der Sporthalle für ein Ständchen für die Sponsoren und weiter ging es. Nachdem das Team und die Band ins Stadion gezogen waren, folgten die Fans langsam aber sicher ebenfalls. Es sollten 93.129 Fans im Stadion das Spiel verfolgen, die höchste Besucherzahl in der Geschichte des Stadions. Kaum vorstellbar, wenn man an Besucherzahlen der Fußball-Bundesliga denkt.
Schon vor dem Spiel waren die Fans im Stadion lautstark aktiv und machten dem Ruf des Stadions alle Ehre. Die Tigers wurden beim Aufwärmen angefeuert, den Gators wurde nur wenig Liebe geschenkt. Entsprechend wurden die Teams auch beim finalen Auflaufen vor dem Spiel begrüßt. Mike the Tiger und die Cheerleader kamen als erste ins Stadion. Nachdem auch die Band ins Stadion eingezogen war und die übliche Eröffnungszeremonie vollzogen hatte – hierzu gehört die LSU Alm Mater und Nationalhymne- kamen die Teams aus den Tunneln und wurden mit Feuerwerk und Applaus begrüßt. Die Tigers jedenfalls. Das Spiel konnte beginnen.
Auf den Spielverlauf möchte ich an dieser Stelle nicht zu sehr eingehen, doch die Tatsache, dass es lange knapp blieb, half der Stimmung. Bei jedem Snap der Gators wurden die Fans so laut, dass man kaum die Schreie seines Nachbarn heraus hören konnte. Dies hatte vor allem früh im Spiel Einfluss auf die Gators, die ein paar false Starts und Delay-of-Game-Penalties einstecken mussten. Später im Spiel waren einige Fans offensichtlich nicht mit der Spielweise zufrieden, weshalb man Kritik in Richtung Trainerbank hören konnte.
Die Halbzeitshow war ebenfalls von der Band from Tigerland vorgetragen. Diesmal gab es ein “Best of Marching Band Music”.
Gegen Ende des Spiels zeichnete sich die Niederlage bereits ab, weshalb einige Fans, für LSU unüblich, das Stadion vorzeitig verließen. Einige brachen ihre Tailgate-Zelte schnell ab, andere blieben noch etwas und fachsimpelten über das Spiel und entkamen somit dem Verkehr. Trotz der Niederlage war die Stimmung in den diversen Bars in Baton Rouge jedoch top.
Als Europäer fällt besonders die Dimension eines solchen Spieltages auf: Die Zahl der Fans, die Länge des Tailgates vor dem Spiel, sogar die Marching Band mit etwa 300 Mitgliedern scheint schier unendlich lange einzumarschieren. Der ganze Campus wurde zum Parkplatz und Gold und Lila dominierten die Szenerie. Verzierte Zelte und Fahrzeuge in Teamfarben fallen auf (z.B. ein alter UPS-Wagen, der golden mit lila Tigerstreifen lackiert war). Besonders positiv aufgefallen ist, dass die Fans beider Teams gut miteinander auskommen. Es gibt zwar das bekannte “Smack Talking” aber Szenen, die man aus dem internationalen Fußball kennt, waren zu keiner Zeit auch nur zu erahnen.
Unterm Strich kann ich mich nur den Artikeln der oben genannten Journalisten anschließen. Ein solches Abendspiel in der Death Valley ist eine Reise wert. Football ist in Louisiana sehr wichtig und man identifiziert sich mit LSU. Folglich ist das Rahmenprogramm, vor allem bei einem solch wichtigen und großen Spiel, unvorstellbar. Das man seit 22 Spielen zuvor in einem Abendspiel in Baton Rouge nicht verloren hatte, ist gut vorstellbar, rückte dann aber auch in den Hintergrund.
Dominik Breuer
Dominik Breuer ist seit Herbst 2008 für AFinsider.de tätig und vor allem für die AFinsider-Gamedays zuständig. Als gebürtiger Eifler ist er in den Niederlanden aufgewachsen, wo er momentan in Maastricht Finanzwesen studiert.In seinen Blogs findet man nebst aktuellen Themen und Fantasy-Football auch Kommentare zu seinen Lieblingsteams, den LSU Tigers und Seattle Seahawks. Nebst Football sind auch andere Sportarten kein Tabu, weshalb er sich unter anderem auch gerne mit Fußball beschäftigt.
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nobody is perfect! Schuld hin oder her. die giants kann man mittlerweile schon als angstgegner de...
[06.02.12-20:02]Seau55
Ehrenhaft von Welker, allerdings würde ich Brady bei dem Spielzug genauso viel Schuld zuweisen. D...
[06.02.12-19:02]Nils
Hat der Buschmann überhaupt Ahnung von Football gehabt? Der kommentiert anscheinend alles.
[06.02.12-16:02]Patriots
"Fehlerfreie Giants?" Was is das denn für ein schwachsinniger Titel? (Sorry) How ever,...
[06.02.12-16:02]apatsman
"Stecker Du bist ein Fuchs" hat mir am Ende des Rest gegeben...Buschi war mal wieder für ...
[06.02.12-15:02]Basti.MLBI