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Mid-Season MVPs – Unsung Heroes Edition

 
Autor: Michael Landes Dienstag, 10. November 2009
 

Eine der beliebtesten Aufgaben von Sportjournalisten und Berichterstattern der amerikanischen Sportarten ist es den wertvollsten Spieler einer Saison, Finalserie oder ähnliches zu Küren. Spätestens zur Mitte der Saison werden dafür die ersten vorläufigen Ergebnisse präsentiert.

Das Problem mit den MVP-Votings liegt jedoch darin, dass dort in der Regel nur Spieler in exponierten Positionen und von erfolgreichen Teams gewählt werden. Zum Beispiel erfährt ein Quarterback wesentlich mehr Beachtung als ein Linebacker oder Linien Spieler. Außerdem haben Spieler von schlechten und durchschnittlichen Teams quasi keine Chancen auf den Award, selbst wenn ihre Leistungen und Statistiken eine Wahl rechtfertigen würden.

Deshalb werden hier zwar Mid-Season MVPs gekürt, aber nicht die üblichen Verdächtigen, sondern auch Spieler die in schlechteren Teams spielen, aber auf dem Feld überdurchschnittliche Leitungen bringen, beziehungsweise besonders auf sich Aufmerksam machen konnten.

Miles Austin WR (DAL)
Zwar hat nicht nur Austin Anteil am Wiedererstarken der Cowboys, doch mit über 500 Recievng Yards und sechs TDs in den letzten fünf Spielen war er doch der auffälligste Akteur auf dem Feld. Besonders beim Overtime Sieg gegen die Chiefs war er der entscheidende Spieler. Hätte Dallas bei den Chiefs verloren, wäre Romo möglicher Weise seinen Job los geworden. So aber haben sich die Cowoboys an die Spitze der NFC-East gekämpft, was maßgeblich den Leistungen von Austin zu verdanken ist.

Cedric Benson RB (CIN)
Benson liegt mit 837 Rushing Yards derzeit auf Platz zwei dieser Kategorie und hat großen Anteil an der starken Saison, die die Bengals bisher ablieferten. Besonders imposant werden solche Zahlen wenn man sich verdeutlich, dass mit den Steelers und Ravens zwei der besten Verteidigungsreihen Gegner waren und Benson trotzdem so erfolgreich den Ball bewegen konnte. So erzielte er zwei Mal mehr als 100 Yards Rushing gegen die Ravens Defense, die auch nach vielen Jahren noch zu einer der Besten im Geschäft gehört, vor allem gegen den Lauf.

Austin Collie & Pierre Garcon WR (IND)
Beide Spieler waren vor dieser Saison wohl nur regelmäßigen Beobachtern der Trainingseinheiten der Colts bekannt. Doch nach der Entlassung von Marvin Harrison und der Verletzung von Anthony Gonzalez war eine prominente Lücke in der Offense der Colts entstanden, die Collie und Garcon aber adäquat zu Füllen in der Lage waren und damit den Colts halfen bisher ungeschlagen zu bleiben. Garcon erreichte 353 Yards und zwei TDs, Collie sogar 356 Yards und vier TDs – und das obwohl mit Reggie Wayne und Dallas Clark zwei weitere exzellente Receiver in den Reihen der Colts stehen.

Jairus Byrd FS (BUF)
Als Sohn eines ehemaligen NFL-Spielers konnte man von Bills Rookie Safety Jairus Byrd zwar einiges erwarten, doch das er zum Mittelpunkt der Saison mit sieben Interceptions an der Spitze dieser Statistik stehen würde, hätte man sich in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Besonders nachdem Byrd in den ersten Saisonspielen eher unauffällig agierte. Doch nachdem er in den letzten vier Spielen seine sieben Interceptions erzielen konnte, verdiente er sich seine Nominierung redlich.

Darren Sharper S (NO)

Genauso wie Byrd versteht sich Darren Sharper auf das Abfangen von gegnerischen Pässen, doch macht er dies nun schon in seinem dreizehnten Jahr in der NFL! Dabei gelangen auch ihm in dieser Saison bisher sieben Interceptions, doch waren drei davon sogar sogenannte pick-six, die Sharper direkt in die Endzone der Gegner zurück trug. Sharpers starke Vorstellungen sind ein wichtiger Grund für den 8:0 Start der Saints.

Jarred Allen DE (MIN)
Mit 10,5 Sacks führt Allen im Moment in der Liga dieGruppe der besten Pass-Rusher an. Doch nicht nur das macht ihn für die Vikings so wertvoll, sondern auch dass er die Aufmerksamkeit der gegnerischen Offenseline sehr stark bindet und manchmal gleich zwei Linienspieler auf sich zieht, was Räume für die andern Vikings-Verteidiger öffnet. Besonders in den immens wichtigen Spielen gegen die Packers war Allen fast nicht zu stoppen und erzielte 7,5 Sacks.

Percy Harvin WR/KR (MIN)
Nach Adrian Peterson 2007 ist Percy Harvin der nächste Spieler der Vikings der es schaffen könnte (Offensive) Rookie des Jahres zu werden. Zwar war sicherlich Brett Favre die prominenteste Verstärkung der Vikings Offense, in Harvin fand er aber einen dankbaren Abnehmer vieler Pässe. Doch nicht nur als Receiver machte Harvin auf sich Aufmerksam, besonders seine Gefährlichkeit bei Returns macht ihn für die Vikings so wertvoll. Bisher erreichte Harvin 369 Yards und drei TDs Recieving und 860 Return-Yards mit zwei Touchdowns.

Ted Ginn Jr. WR/KR (MIA)
Die Erwähnung Ginns in dieser Liste mag überraschen, doch sicherte er mit seinen zwei Kick-Return Touchdowns den Dolphins den Sieg gegen die Jets. In keiner anderen Liga sind Siege in der Regulären Saison so wichtig wie in der NFL (NBA und NHL haben jeweils über 80 reguläre Saisonspiele), besonders wenn sie gegen Konkurrenten aus der gleichen Division errungen werden. Von daher war der Erfolg der Dolphins in New York von besonderer Bedeutung für die Play-Off Hoffnungen beider Teams. Die Dolphins dürfen weiter Träumen, die Jets sich langsam darauf einstellen im Januar spielfrei zu haben.

Vernon Davis TE (SF)
Kaum ein anderer Spieler dürfte sich seit dem Trainerwechsel bei den 49ers so verbessert haben wie Vernon Davis. Nachdem ihn Coach Singletary Ende der letzten Saison zusammenstauchte ist er wie ausgewechselt. Ob Shaun Hill oder Alex Smith Quarterback spielt machte für ihn bisher kaum ein Unterschied. Davis ist mit 477 Receiving Yards und sieben TDs zusammen mit Dallas Clark der derzeit erfolgreichste Tight End der Liga.

Brian Cushing LB (HOU)
Cushing ist ein ernster Kandidat für den Defensive Rookie of the Year Award und ein wichtiger Grund für den guten Saisonstart der Texans. Besonders in den letzten Wochen konnte Cushing überzeugen. Mit 78 Tackles ist er in dieser Kategorie auf Platz 2. Außerdem gelangen ihm 1,5 Sacks, 2 INTs und er verursachte 2 Fumbles.

Maurice Jones-Drew RB (JAC) & Chris Johnson RB (TEN)
Würden Jones-Drew und Chris Johnson bei erfolgreicheren Mannschaften spielen, wären sie vielleicht erste Anwärter auf den MVP-Award. Johnson führt derzeit die Liga bei den erlaufenen Yards an, Jones-Drew hingegen fand bisher die gegnerische Endzone am häufigsten. Besonders auffallend am Spiel der beiden Ballträger ist ihre Fähigkeit sich aus auswegslosen Situationen herauszuwinden und trotzdem, teils gewaltige, Raumgewinne zu erzielen. Das Spiel der Titans bei den Jaguars in Woche acht sollte hier als Beispiel genügen.

Außerdem in Betracht kommen:
Vincent Jackson WR (SD), die Offense-Linie der Jets, Vikings und Dolphins, DeAngelo Williams RB (CAR), Ronnie Brown und Ricky Williams RBs (MIA), Curtis Lofton LB (ATL)

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