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Die Liga und ihre Quarterbacks

 
Autor: Matthias Knauer Mittwoch, 09. September 2009
 

clevelandCleveland

Vier Tage vor Beginn der Saison gegen Minnesota ist nur eines klar, dass noch nicht klar ist, wer am Sonntag als Quarterback auflaufen wird. Head Coach Eric Mangini hat noch am Montag verlautbaren lassen, dass er eine Wahl getroffen hat. Welche das war, verriet der gute Mann aber nicht. Sicher ist nur, dass das Team wohl inzwischen wissen dürfte, wer die Geschicke der Offense am Sonntag leiten wird, Derek Anderson oder doch Brady Quinn. Nach den Auftritten der beiden in der Preseason dürfte wohl Quinn einen leichten Vorteil haben. Aber ohnehin scheinen sich selbst die Coaches nicht wirklich sicher zu sein, wem sie mehr vertrauen sollen. Sollte Quinn dann nicht die gewünschten Leistungen bringen, wird der Wechsel zu Anderson immerhin im Bereich des Möglichen sein. So jedenfalls schafft man weder bei seinem Team noch bei den beiden Spielern etwas, was nach vertrauensbildender Maßnahme aussieht.

houstonHouston

Die Texans wollen es endlich packen. Endlich mal Playoffs für das jüngste Team der Liga. Zu Saisonbeginn wurde dann Rex Grossmann aus Chicago geholt, ein Mann, der sich mit dem harten Ringen um den Posten als Quarterback auskennt. Jahrelang durfte er sich mit Kyle Orton in der „windy city“ auseinandersetzen. In der Preseason hat er allerdings nur ein einziges Mal die Chance bekommen, sein Können zu zeigen. Gegen die Bucs aus Tampa Bay warf er fast 200 yards und zwei Touchdowns. Das allein reichte wohl immerhin, um der Backup für Matt Schaub zu werden. Der hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Doch wird sich die Entwicklung auch durchhalten lassen? Immerhin hat Schaub in den letzten beiden Jahren nicht eine Saison komplett durchgespielt. Oder macht Grossmann, den manche für talentierter als Orton hielten, so viel Druck auf Head Coach Gary Kubiak, dass er ihn im Falle einer Einwechslung nicht mehr wird rausnehmen können?

tennesseeTennessee

In Nashville stellt sich die Frage aller Fragen. Setzt man als Head Coach eher auf den erfahrenen alten Recken wie Kerry Collins, der zwar solide ist, aber nicht mehr der mobilste. Oder schenkt man Vince Young das Vertrauen, der spektakulär sein kann, schnelle Füße hat, in seiner Art an einen Michael Vick vor dessen Verhaftung erinnert, aber leider eben auch manchmal zu viel will? Chef-Trainer Jeff Fisher hat sich festgelegt. Er will Ball-Sicherheit auf dem Feld. Und wenn es dann mal langsamer geht, dann ist das eben so. Sollte Fisher damit wie im Vorjahr Erfolg haben, dürften die Kritiker bzw. Young-Fans nicht zu laut werden, sollte Collins aber nicht die erwarteten Leistungen bringen, könnte dort der ehemalige Starter und nun Backup Young den ehemaligen Backup und jetzt Starter Collins ablösen.

denverDenver

Schon wieder geistert ein ehemaliger Quarterback der Chicago Bears durch einen Roster. Nicht minder kampferprobt im Ringen um den Starter-Posten, hat sich Kyle Orton nun gegen Chris Simms durchgesetzt. Die Fußspuren des Vaters von Simms waren - und sind es wohl noch immer – eine Nummer zu groß. Mit vielen Vorschuss-Lorbeeren bereits 2003 von den Bucs gedraftet, schaffte es Simms nie irgendwo so richtig Fuß zu fassen. Aber auch Orton, zwei Jahre nach Simms in die Liga gekommen, ist bisher noch nicht wirklich sesshaft geworden. Im letzten Jahr frühzeitig als Starter bekannt gegeben, spielte er sogar eine anständige Saison, bevor die Bears ihn dann durch Jay Cutler ersetzten. Nun soll er also bei den Broncos die Fäden in den Händen halten. Ich will mal stark daran zweifeln, dass das gelingen wird. Die Preseason hat gezeigt, dass das Umfeld der Broncos unruhig und unerfahren ist. Ich sehe durchaus Chancen für Simms, dass er Spielzeit bekommt, erst recht wenn Orton nicht absolut phantastisch spielen sollte.

philadelphiaPhiladelphia

Viel ist geschrieben, diskutiert und gemutmaßt worden. Was wird aus den Eagles und Michael Vick und was macht Donovan McNabb, wenn Vick auf dem Feld ist? Die Preseason hat gezeigt, dass Vick entgegen meiner Erwartungen während seiner „Auszeit“ nur wenig verlernt hat. Immer noch mobil, schnell und immer ein wenig zu aggressiv. McNabb jedenfalls wird erstmal den Starterposten übernehmen. Vick wird sicher immer mal wieder ins Line-Up rutschen, offiziell ist er aber nach Kevin Kolb nur der dritte Mann bei den Quarterbacks der Eagles. Doch was passiert, wenn McNabb sich verletzen sollte? Ist wirklich davon auszugehen, dass Andy Reid dann Kolb auf das Feld schickt? Ich glaube, das wird er sich nach den ersten Buh-Rufen und „We want Vick!“ wohl noch mal überlegen. Sollte McNabb sich verletzten, in den letzten Jahren hatte er immer wieder Querelen, dann wird Vick wohl versuchen, seine Chance zu nutzen.

minnesotaMinnesota

Noch eine Mannschaft, die durch eine Verpflichtung eines Spielers nicht nur für Aufsehen und Aufmerksamkeit gesorgt hat, sondern deren Ticketverkäufe anschließend anstiegen. Nachdem der alte Mann Brett Favre bei den Vikings endlich unterschrieben hatte, gab es einige neue Dauerkarten-Inhaber in Minnesota. Über den Sinn und Unsinn mit 39 Jahren noch einmal bei einem NFL-Team anzuheuern, will ich hier nicht diskutieren. Trauriger ist die Situation wohl eher für Sage Rosenfels und Tavaris Jackson. Selbst wenn Favre eine miserable Saison spielen sollte, wird Chef-Trainer Brad Childress ihn wohl gar nicht raus nehmen können. Favres Zahlen waren weder in den letzten Jahren in Green Bay, und insbesondere bei den Jets nicht so eindrucksvoll, dass man erblassen würde ob dieser Offensiv-Maschine. Aber die Zuschauer zahlen nun mal eine Menge Geld dafür, Favre zu sehen. Also gib dem Volk, wonach es dürstet. In Minnesota könnte sich jedenfalls ein Dilemma anbahnen.

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