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Die alten Männer sind zurück!

 
Autor: Matthias Knauer Mittwoch, 14. Oktober 2009
 

newengland

Fred Taylor

Elf Jahre bei den Jacksonville Jaguars, das war alles was Fred Taylor in seiner Karriere bisher gesehen hatte. 1998 von den Jaguars an neunter Stelle in Runde eins der Draft angefordert, fasste er schnell Fuß. Immerhin stellte er in seiner Zeit bei den Raubkatzen 34 (!) Team-Rekorde auf. Unter anderem hält Taylor den Rekord für all-time rushing yards (11,271 yds), für rushing touchdowns (62) und 100-yard rushing games (48). Allerdings hat Taylor in den elf Jahren in Jacksonville gerade mal in zwei Saisons für alle Partien auf dem Feld gestanden (2002 und 2003). Damit ist auch schon klar, was das eigentliche Dilemma in der bisherigen Karriere von Taylor ist: Verletzungen, und immer wieder Verletzungen. Im letzten Jahr bahnte sich dann das Ende bei den Jaguars an. Im Dezember wurde er mit einer Verletzung am Daumen auf die injured reserve list gesetzt, mit Beginn der Wechselperiode im Februar dann entlassen. Am gleichen Tag standen die Patriots auf dem Plan und nahmen ihn unter Vertrag.


Seitdem scheint Taylor, ähnlich wie Randy Moss, einen zweiten Karriereschub zu erleben. Auch Moss waren schon die Empfehlungen ans Herz gelegt worden, an ein Karriereende zu denken. Nun spielt Taylor wieder und ist ein wichtiger Teil des durchaus ordentlichen Running Back-Pakets bei den Patriots. Dabei übernimmt er durchaus den Löwenanteil des Laufspiels in den ersten vier Partien. Mit seiner Erfahrung und seinem kraftvollen Laufspiel war er den Patriots schon eine Hilfe. Wenn Taylor gesund bleibt und mal ausnahmsweise von Verletzungen verschont bleiben sollte, ist sein Anteil an erfolgreichen Spiel der Patriots immens. Gerade weil das Spiel der Patriots immer recht ausgewogen ist, kommt dem Laufspiel eine immense Bedeutung zu. Und Taylor scheint da ein wichtiger Faktor zu sein.

miami

Ricky Williams

Bei Ricky Williams liegt der Fall ein wenig anders, und doch ähnlich. Nach den ersten Auftaktjahren in New Orleans wechselte er 2002 im Tausch gegen einen Erstrunden-Pick nach Miami. Nach zwei 1000yard+ Jahren in den drei Jahren in New Orleans, knüpfte Williams problemlos an seine hervorragenden Leistungen an. 2002 lieferte er sogar die beste Saison seiner Karriere ab, über 1800 yards und 17 Touchdowns. Doch dann ging es kontinuierlich bergab. 2006 dann der vorläufige Tiefpunkt. Kein einziges Spiel, keine Touchdowns, kein Nichts. Auch im Folgejahr fand Ricky Williams nicht statt. 2008 spielte er erstmals seit 2003 wieder eine Saison durch, kam in allen Spielen zum Einsatz und schaffte immerhin vier bescheidene Touchdowns.

Interessanterweise macht die Karriere von Ricky Williams wieder einen Knick nach oben, nachdem die Dolphins Ronnie Brown 2005 gedraftet haben. Gerade in den ersten Spielen der Saison entwickelte sich das Duo Williams-Brown zu einer echten Angriffswaffe der Dolphins. Dabei teilen sich die Beiden das Laufspiel der Meeressäuger aus Miami nahezu im Verhältnis drei zu zwei, wobei Brown den größeren Anteil bekommt. Williams hat hingegen den besseren Durchschnitt, wenn es um die yards pro Lauf geht. Dabei sind beide Spieler in ihren Körpermaßen nahezu identisch, dennoch hat auch das Monday Night Game gegen die New York Jets gezeigt, wo die Unterschiede sind. Brown ist der kraftvollere Spieler, Williams hingegen ein wenig wendiger und vor allem wohl auch ein bisschen schneller. In dieser Aufteilung der Laufspiels und den bisherigen 316 yards in den ersten fünf Spielen ist erstmals seit 2003 für Williams wieder eine 1000 yards-Saison drin.

denver

Correll Buckhalter

Seit 2001 gehörte Correll Buckhalter bei den Philadelphia Eagles zum festen Inventar. Bemerkenswert vor allem, weil Buckhalter als Power-Runningback selten zum Einsatz kam. Seine beste Saison hatte Buckhalter 2003, als er insgesamt neun Touchdowns erzielte, acht davon erlaufen. Als yard-Fresser war Buckhalter nie wirklich bekannt, er hatte sich seine Einsatzzeit immer wieder mit Brian Westbrook zu teilen. Zudem machten ihm immer wieder Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. In den Jahren 2002, 2004 und 2005 bestritt Buckhalter nicht ein Spiel für die Eagles, immer wieder machte sein Knie ihm zu schaffen. Erst im letzten Jahr war die Treue der Eagles zu Buckhalter aufgebraucht. Sie entließen ihn, schon am nächsten Tag hatten ihn die Denver Broncos unter Vertrag genommen.

In den ersten Spielen der Saison sah alles nach einer „Auferstehung“ des Correll Buckhalter bei den Broncos aus. Gemeinsam mit Knowshon Moreno, dem viel versprechenden Rookie auf der Runningback-Position, teilte er sich das Laufspiel. Dank eines erfreulich starken Kyle Orton kam dem Laufspiel die Aufgabe zu, dass Passspiel zu entlasten. Das gelang vor allem Buckhalter erstaunlich gut. In den ersten vier Spielen erlief Buckhalter 267 yards. Klingt nach Kinkerlitzchen, die Stars wie Adrian Peterson von den Minnesota Vikings in einem Spiel erlaufen. Aber mit Blick auf die Karrierezahlen von Buckhalter in seinen ersten Jahren sind 267 yards schon fast halb so viele yards wie die, die er 2001, in seiner effektivsten Saison, nach 15 Spielen erlaufen hatte. Damals waren es gerade mal 586 yards gewesen. Alles deutete auf eine sehr erfolgreiche Saison für Buckhalter hin, doch dann kam die Woche fünf. Alles so wie immer. Buckhalter musste erneut aussetzen wegen einer Fußverletzung. Immerhin, „nur“ eine Fußverletzung, nicht wieder das Knie. Ich drücke ihm die Daumen und wünsche ihm seine erste 1000 yards-Saison.

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