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Was für 'ne Woche...

 
Autor: Matthias Knauer Donnerstag, 01. Dezember 2011
 

houstonZuerst ein Blick nach Houston. Die Texans sind auf dem besten Weg, endlich die Playoffs zu erreichen. Das ist für viele Beobachter ohnehin überfällig, sondern das ist vor allem erstaunlich, weil sie trotz der Verletzung von Matt Schaub auch mit Matt Leinart weiterhin erfolgreich waren. Okay, nun sind die Jaguars wirklich keine Herausforderung in dieser Saison, dazu später mehr. Aber nun stehen die Texans wohl auf dem Prüfstand.

Matt Schaub fällt für die Saison aus, ebenso sein Ersatzmann Leinart, der sich ausgerechnet im ersten Spiel als Starter verletzte. Mit gebrochenem Schlüsselbein ist die Saison beendet und Taylor Jonathan Yates übernehmen. Der Rookie hat nun also nicht nur die schwere Bürde, das Team in die Playoffs zu führen, mit einer aktuellen Bilanz von 8-3 wäre alles andere eine Enttäuschung.

Um die Position des Quarterbacks zu stärken, haben die Texans Jake Delhomme verpflichtet. Der ehemalige Panther und Brown soll dem jungen Spund nun also zur Seite stehen. Oder wird er wohlmöglich den Posten in ein, zwei Wochen übernehmen? Ich denke, die Zeiten von Delhomme sind leider vorbei. Aber ich denke, er wird Yates eine große Hilfe sein.

Dennoch finde ich die Entscheidung der Texans überraschend. Es ist ja nicht so, dass es nur zwei, drei Quarterbacks auf dem Markt gibt. Meine Entscheidung wäre auf einen weiteren, jungen Spieler gefallen. Denn als Mentoren sind Schaub und Leinart ja weiterhin da. Mit gebrochenem Schlüsselbein kann man ja weiterhin an der Seitenlinie stehen. In meinen Augen erhöht man mit der Verpflichtung von Delhomme den Druck unnötig auf Yates. Zumal die kommenden Aufgaben Mit Atlanta, den Bengals und den Titans in Woche 17 ohnehin hart genug werden dürfte.

tampabayWeiter geht es in Tampa Bay, wo ernsthaft an der Professionalität ihres Starters gezweifelt werden darf. Josh Freemann, der in der Bye-week eigentlich seinen verstauchten und genähten Daumen auskurieren sollte, hat nun das Gegenteil bewirkt. Es wird sogar vermutet, dass Freemann am kommenden Wochenende nicht wird spielen können.

Doch was war passiert? Die spielfreie Woche kann ja mitunter von Spielern zur freien Verfügung genutzt werden. Die einen mache kurze Urlaube mit der Familie, laden zum Grillabend oder geben ihre Millionen für sinnlose Dinge aus. Herr Freemann hingegen zog es, das liegt ja nun mal wirklich nahe, zum Schießplatz, um ein wenig zur Entspannung rumzuballern.

Nur dem absoluten Volldeppen dürfte klar sein, dass das Abfeuern einer Waffe, wo der Griff fest ist und die Hände den Rückstoß auffangen, keine so gute Idee ist. Das hat der 23-Jährige dann am Montag dann selbst bemerkt. Seine weisen Worte: „In hindsight, it wasn't the smartest decision, but I've got to learn from it. No more shooting guns in season.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen und fällt wohl unter die Kategorie „Jugendlicher Leichtsinn“.

chicagoSchon landet der Quarterback-Express in Chicago. Ja,  meine lieben Packers-Fans, aber es muss sein. Am Wochenende stand ja bekanntlich Caleb Hanie für den verletzten Jay Cutler hinter dem Center. Sein Starting-Debüt bei den Oakland Raiders war nun nicht wirklich grandios. Die Zahlen sprechen eine etwas andere Sprache und das Ergebnis war denkbar knapp.

Über die Ursachen der Niederlage ließe sich trefflich streiten. War es das Playcalling von Mike Martz, wo Hanie mitunter heillos überfordert wirkte? War es die gute Verteidigung der Broncos gegen den Lauf, was das Spiel der Bears schwieriger machte? Ganz sicher war es nicht allein Carson Palmer.

Mit der Niederlage verpassten es die Bears allerdings an den Lions vorbeizuziehen in der NFC North. Da Cutler, wie es heute auf nfl.com hieß, aller Wahrscheinlichkeit in dieser Saison nicht mehr spielen wird, obliegt es nun dem Nachwuchsmann, die Leistung der zweiten Halbzeit gegen die Raiders konstant auf das Feld zu bringen.

Gegen die Chiefs wird es wohl einfacher als gegen die Raiders, in diesem Sinne, Go Bears! Aber bitte Herr Martz, machen sie es dem jungen Mann nicht schwerer, als es sein muss. Wenn selbst der verletzte Starting-Quarterback sind erstaunt über das Playcalling äußert, scheint da noch nicht alles zu stimmen.

jacksonvilleGanz andere Sorgen haben die Jaguars. Die Saison ist, ohne Frage, gelaufen. Drei Siege, acht Niederlagen, Zeit die Konsequenzen zu tragen. So haben die Jaguars ihren Headcoach Jack Del Rio als Ursache für den Niedergang ausgemacht und ihn erwartungsgemäß entlassen. So weit, so gut, sollte man meinen. Doch in der Folge dieser Entlassung kommen nach und nach Details ans Tageslicht, die eher vermuten lassen, dass es schon lange nicht mehr stimmt zwischen Organisation und Coaching Staff.

Gestern twitterte der offizielle NFL-Kanal, ob Del Rio schon vor der Entlassung immer kürzer gearbeitet habe. Sprich, hat Del Rio aufgegeben und die Entlassung durch die Vernachlässigung seiner Arbeit provoziert? Steckt da wirklich nur pure Resignation hinter oder etwas anderes? Sicher ist, dass Del Rio sich wenig Freunde damit gemacht hat, am Anfang der Saison den mutmaßlichen Starting Quarterback David Garrad zu entlassen. Hätte er mit der Maßnahme Erfolg gehabt, wäre alles okay, nun wird das gegen ihn verwendet.

Gestern ging das Personalkarussell dann munter weiter. Nachdem der Defensive Coordinator Mel Tucker den Posten des Interims-Headcoach übernommen hatte, entließen die Jaguars nun auch Wide Receiver Coach Johnny Cox, dessen Posten nun der vorherige Quarterbacks-Coach Mike Sheppard übernimmt. Dessen Posten wiederum vom Offensive Coordinator Dirk Koetter übernommen wird. Zudem entließ das Team Wide Receiver Jason Hill, der bisher eine enttäuschende Saison hatte.

Die Unruhe wird jedenfalls alles andere als förderlich sein für die Saison. Die kommenden Partien gegen San Diego, Tampa und Atlanta dürfte das Team jedenfalls abschreiben. Wird Zeit, dass man in Jacksonville mit der Planung für die nächste Saison beginnt. Und vor allem wieder Ruhe in den Laden bringt.

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