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Grund zur Sorge?

 
Autor: Patrick Vöcking Donnerstag, 01. Oktober 2009
 

Sieben Teams in der Liga sind noch ohne jeglichen Sieg. Während man es bei einigen hätte erwarten können, dass sie schwach starten, ist es bei anderen Teams doch sehr überraschend, zumal drei der acht Divisionssieger des Vorjahres noch ohne Sieg sind.

Hier nun ein Blick auf die sieglosen Teams der NFL und darauf, ob man die Saison schon so gut wie abschreiben kann oder ob noch Hoffnung besteht.

kansascityKansas City Chiefs (AFC West)

Man hatte sich wahrscheinlich mit der Verpflichtung von Matt Cassel von den New England Patriots mehr erhofft, als da weiterzumachen, womit man in der Vorsaison aufgehört hat. Von den letzten 28 Spielen konnte man lediglich zwei gewinnen. Es ist offensichtlich, dass die Chiefs versuchen jünger zu werden, aber dennoch hoffte man in dieser Saison einige Spiele gewinnen zu können. Diese Hoffnung sollte man auch noch längst nicht aufgeben, auch wenn die Saison bisher nicht gut verlief. Gibt man Matt Cassel etwas Zeit, sollte er in der Lage sein, dass ein oder andere Spiel für die Chiefs zu gewinnen, auch wenn der Spielplan nicht leicht erscheint. Die Gegner bis zur Bye Week in Woche 8 sind die Giants, Cowboys, Redskins und Chargers. Als derzeit eines der schwächsten Teams der Liga kann man in diesen Partien nicht zu viel erwarten.

Fazit: Drei bis vier Siege sollten drinsitzen in dieser Saison, und ich erwarte in den letzten Spielen der Saison ein deutlich verbessertes Chiefs-Team als zu Beginn der Saison.

tennesseeTennessee Titans (AFC South)

2008 gewann man die ersten zehn Spiele der Saison. Nun hat man nach drei Wochen schon genauso viele Niederlagen auf dem Konto wie in der gesamten letzten Saison. Den Titans fällt es offensichtlich schwer, knappe Spiele für sich zu entscheiden, gegen Pittsburgh und Houston verlor man mit drei Punkten Unterschied, gegen die NY Jets waren es sieben. Jedoch ist stark davon auszugehen, dass dieses Team die Kurve noch einmal kriegt und noch viele Spiele gewinnt. Running Back Chris Johnson hat schon gezeigt, welch enormes Potential in ihm steckt, das Laufspiel und die Defensive wird noch einige Gegner in die Schranken weisen. Dann wird Quarterback Kerry Collins auch nicht mehr dazu aufgerufen, Spiele selbst entscheiden zu müssen. Die kommenden Spiele vor dem spielfreien Wochenende der Titans könnte Tennessee noch weiter in die Misere stürzen, man reist zu den Jacksonville Jaguars und New England Patriots und empfängt die Indianapolis Colts zuhause. Man könnte sich leichtere Gegner vorstellen, um die Saison noch einmal umzudrehen.

Fazit: Die Titelverteidigung in der Division ist schon fast ausser Reichweite, da man nach drei Spielen bereits drei Spiele Rückstand auf die Indianapolis Colts hat. Ein Wildcard-Platz ist alles, wovon die Titans noch träumen können. Schwer zu sagen, wo die Titans am Ende stehen, alles zwischen sechs und zehn Siegen ist möglich. Ich tippe auf sieben bis acht Siege.

clevelandCleveland Browns (AFC North)

Könnte man nach drei Spielen weniger als null Siege und mehr als drei Niederlagen auf dem Konto haben, wären die Browns mein Favorit dies zu schaffen. Offensiv wie defensiv ist das Team derzeit eine einzige Enttäuschung. 31. in Passing Offense, 29. in Rushing Offense, 32. in Total Offense, 16. in Passing Defense, 30. in Rushing Defense, 30. in Total Defense. Das sind die enttäuschenden Platzierungen der Browns im Vergleich mit den anderen NFL-Teams. 95 Punkte ließ man zu, 29 erzielte man grade einmal selbst. Im Durchschnitt lassen sie also über 30 Punkte zu, während sie nicht einmal 10 selbst erzielen. Nun wird Derek Anderson den Quarterback-Job von Brady Quinn übernehmen, doch es darf bezweifelt werden, ob das die Offensive drastisch verbessern wird, zumal Anderson gegen Baltimore allein in der zweiten Halbzeit drei Interceptions warf. Dies wird eine ganz schwierige Saison für die Cleveland Browns.

Fazit: Null bis zwei Siege traue ich dem derzeit schlechtesten Team der Liga zu, mehr nicht.

miamiMiami Dolphins (AFC East)

Für den Divisionssieger der AFC East könnte die Saison nicht schlechter beginnen. Das erste Spiel in Atlanta kann man ja verlieren, aber dann fing es an unschön zu werden. Denn gegen die Colts in Woche 2 hielt man den Ball für über 45 Minuten und war trotzdem nicht in der Lage, das Spiel für sich zu entscheiden. Im kommenden Spiel gegen San Diego verlor man dann nicht nur das Spiel sondern auch Quarterback Chad Pennington für die gesamte Saison. Nun wird der unerfahrene Chad Henne das Ruder übernehmen. Der Spielplan der Dolphins zeigt noch viele starke Gegner auf, darunter die Jets, Saints, Patriots, Titans und Steelers. Das Laufspiel und die Defensive sollten dennoch Siege für die Dolphins rausholen, solange sich Chad Henne nicht viele Fehler erlaubt.

Fazit: Die Dolphins entwickeln sich scheinbar zu einem Rollercoaster-Team. In den letzten Jahren ging es bei den Dolphins rauf und runter, mal Winning Season, mal Losing Season. 2007 gewann man ein Spiel, 2008 elf. 2009 sieht stark nach der nächsten Losing Season aus, da ich nicht glaube, dass die Dolphins unter Henne noch acht Spiele oder mehr gewinnen. Fünf oder sechs Siege sollten aber machbar sein.

stlouisramsSt.Louis Rams (NFC West)

Die Rams sind eines der schlechtesten Teams der Liga, in den letzten beiden Spielzeiten gewann man lediglich (insgesamt) fünf Spiele. Dreizehn Spiele in Serie gingen verloren, wenn man die zehn Niederlagen zum Schluss des Vorjahres mitrechnet. Eine Pass-Offensive ist kaum vorhanden, ob nun unter dem verletzungsanfälligen Marc Bulger oder unter Kyle Boller spielt keinen großen Unterschied da man bei den unerfahrenen Receivern im Team ohnehin nicht viel erreichen kann. Auch die Defensive spielt sehr schwach bisher, sowohl gegen den Pass als auch gegen den Rush findet man St.Louis im unteren Viertel der NFL. Lediglich das Laufspiel um Steven Jackson funktioniert durchaus akzeptabel, zwei mal in dieser Saison knackte Jackson bereits die 100-Yard-Marke. Wenn man auf den Spielplan der Rams schaut, sollten sich die Rams-Fans auf den achten Spieltag freuen, wo man auf die Detroit Lions trifft. Im Spiel der schlechtesten beiden Mannschaften der vergangenen Saison hat man dann zumindest mal eine halbwegs reelle Chance auf einen Sieg.

Fazit: In 2007 gewannen die Rams drei Spiele, 2008 waren es zwei. Mehr werden es in 2009 auch nicht werden.

carolinaCarolina Panthers (NFC South)

Kaum zu glauben, dass die Panthers nach einer 12-4 Bilanz aus dem Vorjahr nun zu Beginn der Saison bei 0-3 stehen. Das größte Problem sind die Turnovers, bereits zwölf sind es in drei Spielen. Quarterback Jake Delhomme spielt bisher eine ganz schwache Saison, warf bisher zwei Touchdowns gegenüber sieben Interceptions. Dennoch glauben die Panthers mit ihm die Kurve zu kriegen, denn sie halten ihm derzeit noch die Treue, wahrscheinlich aus Mangel an Alternativen. Bei einem Blick auf den Spielplan der Panthers sieht man sowohl schwache als auch starke Gegner, richtig hart wird es in den letzten vier Partien, wenn es gegen die Patriots, Vikings, Giants und Saints geht. Daher kann man das Thema Playoffs und Titelverteidigung in der Division so gut wie abschreiben.

Fazit: Die Panthers werden die Kurve mit Delhomme hinbekommen und noch einige Spiele in diesem Jahr gewinnen. Das Laufspiel um Jonathan Stewart und DeAngelo Williams wird sich deutlich verbessern, und auch die Defensive um Linebacker Jon Beason und Defensive End Julius Peppers ist nicht so schlecht. Sechs bis acht Spiele können die Panthers diese Saison noch gewinnen, mehr wird nicht drin sein.

tampabayTampa Bay Buccaneers (NFC South)

Man konnte erwarten, dass die Buccaneers nicht 9-3 in die Saison starten wie im Vorjahr, da die Mannschaft sich im Umbau befindet. Alternde Spieler wie Derrick Brooks, Warrick Dunn, Jeff Garcia und Joey Galloway wurden entlassen, da man auf jüngere Spieler setzte. Dies scheint sich noch nicht auszuzahlen, die Offensive war ein Desaster gegen die Giants und produzierte nicht einmal 100 Yards, und die Defensive lässt über 430 Yards und 30 Punkte pro Spiel zu. Innerhalb der starken Division wird man nicht viel bewirken können, zu stark ist die Konkurrenz. Nun setzt man auch noch auf den unerfahrenen Josh Johnson auf der Quarterback-Position. Hinzu kommt ein schwieriger Spielplan, daher wird es eine sehr schwierige Saison für die Buccaneers.

Fazit: Man sollte jeden Sieg feiern, denn (wenn überhaupt) wird es diese Saison davon nicht viele für die Buccaneers geben.

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