Draft Insider #1 - Die Quarterbacks

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Draft Insider
Autor AFinsider.de

Draft_2013_250Heute ist ein großartiger Tag, denn wir starten eine neue Kolumne: Den Draft Insider. Christian Schimmel und Roman John, die ihre Leser in den vergangenen Monaten immer wieder mit Mock Drafts versorgt haben, werden in regelmäßigen Abständen die einzelnen Positionen durchgehen und zu jeder wichtige Fragen beantworten.

Beginnen werden wir mit der wichtigsten Position im American Football - den Quarterbacks.

 

Zunächst einmal die Top 5 aus Sicht der beiden Experten:

 

Christian Schimmel:

  1. Geno Smith, West Virginia
  2. Ryan Nassib, Syracuse
  3. Mike Glennon, North Carolina State
  4. Zach Dysert, Miami (Ohio)
  5. Tyler Wilson, Arkansas

Roman John:

  1. Geno Smith, West Virginia
  2. Ryan Nassib, Syracuse
  3. Mike Glennon, North Carolina State
  4. E.J. Manuel, Florida State
  5. Matt Barkley, USC

 

Und jetzt die wichtigen Fragen:

 

Wer ist der beste Spieler auf dieser Position und wann sollte er gedrafted werden?

 

Christian: Geno Smith - Seine Armstärke und Präzision sind gut und er kann auch das Feld lesen. Dazu traut er sich die tiefen Pässe zu, auch wenn er manchmal offene Receiver verfehlt. Größtes Fragezeichen ist noch die Umstellung auf eine Pro Offense. Smith hat nahezu alle Snaps aus der Shotgun gespielt und dementsprechend keine Erfahrung „under Center“. Dazu spielte West Virginia letztes Jahr aus einer Spread Offense. Ich denke er wird in den ersten 10 Picks gewählt werden. Im Moment würde ich ihn am ehesten in Buffalo sehen.

Roman: Geno Smith - An der ersten Stelle des Drafts werden sich die Chiefs wohl für eine andere Position entscheiden. Dennoch denke ich, dass Smith in den Top 10 weggehen wird. Die Jaguars, Raiders, Browns, Cardinals, Bills und Jets könnten alle von einem Quarterback wie ihm profitieren.

 

Welcher Spieler ist deiner Meinung nach am meisten überschätzt? Und welcher unterschätzt?

 

Christian: Überschätzt: Matt Barkley - Was in einem Jahr so alles schief gehen kann. Letztes Jahr wäre er ein sicherer Pick in der ersten Runde gewesen, doch die abgelaufene Saison lief schlecht. Das große Problem, was ich mit ihm habe, sind seine Entscheidungen. Man sieht ihn öfter in Doppeldeckung werfen. Dazu bekommt er Panik, wenn er Druck sieht. Er hat allerdings einen recht Präzisen Wurf. Dennoch sehe ich in ihm nicht mehr als einen Backup.

Unterschätzt: Zach Dysert - Mal wieder ein Spielmacher von einem kleineren Team, der wenig Respekt bekommt. Dysert bringt ein gutes Paket aus Armstärke, Präzision und Mobilität mit. Er wird sicher seine Zeit brauchen, um sich an das NFL-Level zu gewöhnen. Wenn er ein oder zwei Jahre lernen kann, sollte er sich zu einem Starter entwickeln.

Roman: Überschätzt: Matt Barkley - Er hat in einem sehr guten Programm bei USC gespielt, mit einer sehr guten Offensive Line und sehr starken Receivern. Gerade in der letzten Saison, als nach und nach seine besten Blocker in die NFL gegangen waren, konnte man sehen, dass er mit Druck nicht gut umgehen kann. Dazu ist er limitiert, was seine Wurfstärke und Beweglichkeit angeht. Ich denke, dass die Spielweise in der NFL ihn etwas überfordern wird.

Unterschätzt: Ryan Nassib - Er hat nicht den stärksten Wurfarm, doch im Gegensatz zu Barkley ist Nassib ein absoluter Baller. Wenn er unter Druck gerät, behält er die Ruhe, scrambled ein bisschen und improvisiert auch gerne mal. Er macht alles, um den Spielzug erfolgreich abzuschließen. Wenn auch körperlich limitiert, macht ihm mental so schnell keiner was vor.

 

Wer ist in deinen Augen der sicherste Pick auf Dieser Position?

 

Christian: Geno Smith - Aus oben genannten Gründen. Wobei „sicher“ in keinem Verhältnis zu letztem Jahr steht, als es mit Luck und RG3 zwei Spieler gab, die alle anderen überragten. Ich weiß nicht, wie schnell sich Smith anpasst. Vor allem wenn er zu den Cardinals und deren nicht vorhandener Offensive Line geht, kann so ein Spieler auch schnell busten. Doch davon abgesehen, besitzt er das beste Paket aus Armstärke, Präzision, Mobilität und guten Entscheidungen um auf NFL Level erfolgreich zu sein.

Roman: Geno Smith - Der sicherste Pick ist gleichzeitig auch mein erster unter den Quarterbacks. Er bringt alle Voraussetzungen mit, um in der NFL langfristig erfolgreich zu sein. Einzig seine Konstanz muss er noch verbessern, was mit viel Training und stundenlangen Videosessions möglich sein könnte. Er ist kein bombensicherer Pick, wie der Konjunktiv im letzten Satz andeutet, aber der sicherste.

 

Wer bringt das größte Potential mit? Welcher Spieler birgt das größte Risiko?

 

Christian: Größtes Potential: E.J. Manuel - Manuel ist der Klassische Playmaker, der aus nichts noch das First Down erläuft. Er hat alle physischen Möglichkeiten, ein erfolgreicher Spielmacher zu werden. Er ist der beste Läufer der Klasse. Dazu ist sein Arm stark genug, dass er jeden Wurf machen kann. Allerdings, und das ist auch der Grund warum Manuel nicht unter meinen Top 5 ist, er lässt es an der Konstanz vermissen. Nach großartigen Aktionen, kommt garantiert wieder ein Fehler. Die Präzision fehlt, um dauerhaft seine Receiver zu treffen. Sollte er allerdings Zeit bekommen und gutes Coaching, könnte sich aus Ihm ein Starter entwickeln.

Größtes Risiko: Tyler Wilson - Er ist auf vielen Draftboards sehr weit oben, aber ich sehe in Ihm keinen Starting Quarterback. Das hat meiner Meinung nach mit seinem zu schwachen Arm zu tun. Seine tiefen Pässe flattern viel zu oft. Dazu ist er auch bei kurzen Passrouten erstaunlich unpräzise. Leider ein weiterer Quarterback der verglichen zu letztem Jahr einen Schritt nach hinten gemacht hat.

Roman: E.J. Manuel und E.J. Manuel - Sehr groß, eine Rakete von einem Arm, dazu schnell und beweglich genug, um selber zu laufen, und kräftig genug, um auch einstecken (oder austeilen) zu können. Manuel wäre das perfekte Paket, wenn er denn genaue Pässe werfen könnte. Und genau da liegt sein Problem. Denn wann immer Manuel einen Pass wirft, weiß man nicht, ob der Ball genau in den Händen des Receivers landet oder fünf Meter daneben. Dabei ist es egal, ob der Pass über fünf Yards geht oder fünfzig. Sollte er es schaffen, seine Genauigkeit besser in den Griff zu bekommen, dann kann aus ihm ein Superstar werden. Wahrscheinlicher ist aber, dass es nicht viel besser wird und er ein Leben auf der Ersatzbank führen wird.

 

Wer könnte ein Sleeper sein, der ein Team in Runde 3 oder später sehr glücklich macht?

 

Christian: Tyler Bray - Würde es hier nur um Armstärke gehen, wäre Bray auf Platz eins. Er ist ein Spieler, der viel Zeit zum Lernen braucht. Er hat keine gute Präzision und trifft zum Teil furchtbare Entscheidungen. Dennoch er ist jemand, der mit seinem Arm enorm gefährlich ist, wodurch das abzudeckende Feld für die Defense größer wird. Im optimalen Fall könnte er ein Joe Flacco für Arme werden.

Roman: Tyler Wilson - Der Quarterback aus Arkansas trifft für mich hier zu. Im letzten Jahr musste er sehr unter einem Trainer- und Systemwechsel leiden, wodurch seine Stärken nicht mehr so gut zur Geltung kamen. Er befand sich regelmäßig unter Druck und warf kaum Pässe das Feld hinunter. Allerdings zeigte er seine Toughness, womit er das ein oder andere Team beeindruckt haben dürfte.

 

Welche Team/Spieler-Kombination würdest du als perfekt erachten?

 

Christian: Ryan Nassib zu den Minnesota Vikings - Nassib zu den Bills würde sich insofern anbieten, weil mit Doug Marrone sein ehemaliger Coach nun in Buffalo ist. Minnesota wäre jedoch für ihn insofern gut, weil er nicht die Armstärke hat, um in solchen Verhältnissen wie in Buffalo dauerhaft erfolgreich zu sein. Die Vikings spielen in einem Dome und setzten neben Adrian Peterson vor allem auf kurze Pässe. Nassib könnte ein Jahr lernen, um dann Ponder für den Posten des Starters herauszufordern.

Roman: Mike Glennon zu den Arizona Cardinals - Die Cardinals haben gerade erst Drew Stanton als neuen Quarterback verpflichtet. Ob er die Antwort ist, wird abzuwarten sein. Doch kann man mit ihm fürs Erste überleben. In der ersten Runde könnten die Cardinals ihren Pick dazu verwenden, dass Team allgemein zu verstärken und in der zweiten Runde dann Glennon nehmen. Dieser könnte dann ein Jahr lernen, während die Cards mit Stanton um einen weiteren Top 10 Pick kämpfen. Dann könnte Glennon hinter einer hoffentlich verbesserten Offensive Line übernehmen. Was das Ganze aber so perfekt macht, ist die Kombination Glennon/Fitzgerald. Glennon wirft gerne lange Bälle auf Risiko das Feld hinunter, in der Hoffnung, dass sein Receiver den Ball schon fangen wird. Bei einem Playmaker wie Fitzgerald kann man sicher sein, dass er den Ball schon irgendwie fangen wird. Und das führt zu vielen Touchdowns und vielen Punkten und vielen Siegen. Einfach perfekt...

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