Schwalben im Football?

Hauptkategorie: Kolumnen
This Week in Football
Autor Marcus Blumberg

twifAm letzten Wochenende flogen die Schwalben tief in der NFL und gerade in den Meadowlands von East Rutherford, NJ. Nur, gibt es eigentlich Schwalben in den USA und beim Football? Und wenn ja, tragen sie immer blau?!

Willkommen zu This Week in Football. Leider befasse ich mich heute mit einem eher m├╝├čigen Thema, das eigentlich im Football bislang kaum Erw├Ąhnung fand. Es geht darum, dass Spieler Verletzungen vort├Ąuschen.

Schwalben in der NFL

Wenn wir hierzulande von Football reden, dann meinen wir in der Regel American Football. Nicht Fu├čball! Die Vermutung liegt also nahe, dass da am letzten Spieltag eine Verwechslung vorgelegen haben muss. Denn Schwalben geh├Âren bekanntlich ÔÇô leider Gottes ÔÇô zum Fu├čball, nicht zum Football!

Dennoch scheinen sie jetzt auch ihren Weg ├╝ber den gro├čen Teich gefunden zu haben. Allerdings nicht, um Fouls zu schinden. Vielmehr soll diese unsportliche Angewohnheit von einigen Spielern zur St├Ârung des Spielflusses beim Gegner angewandt worden sein. Speziell im Monday Night Game zwischen den St. Louis Rams und New York Giants sorgte dies f├╝r Aufregung.

Safety Deon Grant und Linebacker Jacquian Williams sanken zuf├Ąlligerweise in Situationen zu Boden, in denen die Rams ihre No-Huddle-Offense spielten. Ein solches Vorkommnis hat zur Folge, dass Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, damit ein betroffener Spieler behandelt werden kann. Anschlie├čend muss der Spieler mind. einen Spielzug lang aussetzen. Es ist eine Praxis, die mit Fu├čball vergleichbar ist. Dort muss ein Spieler, der auf dem Feld behandelt wird, auch erst einmal das Spielfeld verlassen.

Das Problem f├╝r eine Defensive bei der No-Huddle-Offense ist, dass Auswechslungen untersagt sind. Solche w├╝rden den Spielfluss des Teams st├Âren, das sich in Ballbesitz befindet. Wenn nun aber pl├Âtzlich auf eine Formation gewechselt wird, f├╝r die die Defense nicht das passende Personal hat, kommt es zu Schwierigkeiten. Eine Unterbrechung ist dann also hilfreich. Passiert das zu Spielbeginn, will man nat├╝rlich keine Timeout verbraten. Insofern erscheint das Vort├Ąuschen einer Verletzung durchaus als probates Mittel. Und damit es nicht zu einer sportlichen Schw├Ąchung f├╝hrt, machen es eben Ersatzspieler.

Nat├╝rlich gibt es h├Ąufiger echte Verletzungen, die Unterbrechungen n├Âtig machen. Aber wenn ein Spieler nach dem folgenden Spielzug schon wieder quietsch fidel aufs Feld spurtet, spricht das nicht unbedingt f├╝r die Glaubw├╝rdigkeit des Spielers. Und dieser Fakt stie├č auch den Rams am Montag ├╝bel auf. Sie planen gar, eine offizielle Beschwerde bei der NFL einzureichen.

Die Frage ist, wie man solch ein Verhalten unterbinden kann. Im Fu├čball gibt es f├╝r Schwalben Gelbe Karten. Ebenso besteht die M├Âglichkeit, verloren gegangene Zeit nachzuholen. Beides gibt es im Football nicht. Und selbst eine nachtr├Ągliche Flagge f├╝r Zeitspiel ist schwer zu rechtfertigen. Wer b├╝rgt daf├╝r, dass der Spieler nicht doch verletzt war?

Eine Idee w├Ąre, die Regelung der letzten zwei Minuten einer Halbzeit aufs ganze Spiel auszuweiten. D.h. man w├╝rde die medizinischen Auszeiten abschaffen und dem Team in solchen F├Ąllen generell eine Timeout abziehen. Das Problem hier ist jedoch, dass sich gen├╝gend Spieler w├Ąhrend eines Spiels wirklich verletzen und so w├Ąren Timeouts auch schnell aufgebraucht.

Man k├Ânnte nat├╝rlich dar├╝ber nachdenken, Spieler, die behandelt wurden, l├Ąnger als einen Spielzug gewisserma├čen zu sperren. Dagegen spricht, dass ein Leistungstr├Ąger evtl. ├╝ber die Geb├╝hr ausfiele, wenn er wirklich nur kurz behandelt werden m├╝sste.

Was eindeutig erscheint in dieser Sache ist, dass es schwer wird, diese Unart einzud├Ąmmen. Egal wie es betrachtet wird, es gibt leider zu viele negative Aspekte einer sch├Ąrferen Regelung von Verletzungen oder Nicht-Verletzungen auf dem Spielfeld. Es bleibt zu w├╝nschen, dass die Vernunft und der Sportsgeist der Spieler am Ende siegen und sowas unterlassen wird. Allein der Glaube daran fehlt mir.

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