Spieler brauchen mehr Zeit

Hauptkategorie: Topstory
Autor Marcus Blumberg

nflDie 32 Besitzer der NFL-Teams haben am Donnerstag mit 31-0 Stimmen (die Raiders enthielten sich) dem Entwurf für ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) zugestimmt. Damit kamen sie den Spielern zuvor, die nun das Zünglein an der Waage sind. Die Spieler wiederum verständigten sich in einer Telefonkonferenz am späten Donnerstagabend darauf, ihrerseits nicht über den Entwurf abzustimmen, da sie nach Angaben von NFLPA-Direktor DeMaurice Smith den finalen Entwurf noch gar nicht erhalten hatten. Gerüchten zufolge könnte eine Abstimmung am heutigen Freitag erfolgen.

Währenddessen verkündete NFL-Commissioner Roger Goodell die Absage des Hall of Fame Games zwischen Chicago und St. Louis, das eigentlich am 7. August die NFL-Preseason einleiten sollte.

Als Begründung für die weitere Verzögerung nannten mehrere Vertreter der NFLPA und der Spieler, dass der Entwurf bestimmte Punkte enthalte, über die man sich bisher nicht verständigt hatte. Die Besitzer wiederum wollten davon nichts wissen und widersprachen dieser Sichtweise deutlich. Carolinas Jerry Richardson sei verwirrt und gab an: „Wir glauben, dass wir ein Handschlag-Abkommen mit den Spielern haben.“

Einer der Punkte, die aus Sicht der NFLPA noch offen sind, ist eine Ausstiegsklausel aus dem Vertrag, der über zehn Jahre gehen soll, nach sieben oder acht Jahren. Dies wiederum wird von den Experten nicht als zu großes Hindernis gesehen. Zudem soll es Widerstand unter den Spielern geben, was die Bedingung der NFL angeht, sich vor Ende des Lockouts wieder zu einer Gewerkschaft zusammenzuschließen.

Dies ist allerdings notwendig, um einheitliche Regeln für die gesamte Liga zu gewährleisten. Andernfalls wären die Teams verwundbar gegen diverse gerichtliche Klagen durch die Spieler. Und der Wegfall der gerichtlichen Aufsicht, der Teil des neuen Vertrages ist, wäre damit auch hinfällig.

Ein weiteres Problem ist der zeitliche Aufwand einer Neubildung der Gewerkschaft. Die NFL vertritt die Ansicht, dass so ein Prozess innerhalb kürzester Zeit elektronisch via Internet und persönlicher Signaturen möglich sei. Die NFLPA hingegen möchte dies analog durchführen, also mit Gewerkschaftskarten, die ein jeder Spieler einreichen müsse. Solche könnten die Teams auf ihren Geländen aushändigen, wenn die Spieler wieder zur Arbeit erscheinen. Auf diesem Wege hatte sich die Gewerkschaft im letzten Jahr auch die Genehmigung aller Beteiligten zur Auflösung gesichert.

Unabhängig davon, deutet einiges darauf hin, dass die nötige Abstimmung der Spieler noch am heutigen Freitag erfolgen werde. Bis dahin will man alle Details des Abkommens durchgesehen haben. Käme es zur Zustimmung der Spieler, könnte der neue Vertrag umgehend Richterin Susan Nelson in Minnesota vorgelegt werden und als Vergleich in der Kartellklage von Brady und Co. gegen die NFL dienen. Damit wäre diese und der Prozess wegen der Fernsehgelder beendet.

Zusätzlich gewähren die Besitzer der Spielerseite bis Freitag kommender Woche Nachverhandlungen in den veränderten Punkten im Vergleich zum alten CBA. Dazu zählen Zusatzleistungen, Spielersicherheit und disziplinarische Maßnahmen. Sollte es in diesen Punkten keine Einigung geben, würden hier die alten Regularien wieder in Kraft treten.

Notfallplan

Der neue Notfallplan zur Wiederaufnahme des regulären Geschäftsbetriebs sieht folgende Termine vor:

Am Samstag dürften die Spieler, die unter Vertrag stehen, wieder die Teamgelände betreten und trainieren. Zudem würde die Free-Agent-Liste veröffentlicht und gleichzeitig dürften Teams ihre Rookies, eigene Free Agents und Franchise-Spieler unter Vertrag nehmen sowie Spielerverträge überarbeiten. Außerdem wären Verhandlungen mit Rookies möglich, die nicht im Draft gezogen wurden, zudem mit anderen Free-Agents. Am Sonntag könnten Teams schließlich „Undrafted“-Rookies verpflichten.

Das NFL-Jahr 2011 begänne nach diesem Plan am Mittwoch um 14:00 Uhr Ostküstenzeit (20:00 Uhr MESZ). Dies wäre der Start der Free Agency, Teams könnten sog. Offer-Sheets für Restricted-Free-Agents anderer Teams abgeben und Trades wären wieder erlaubt. Des Weiteren müssten alle Teams unter der neuen Gehaltsobergrenze liegen, die in diesem Jahr bei ca. 120 Mio. US-Dollar liegt. Die Kader-Stärke wird auf 90 Spieler erweitert und die Trainingscamps starten für alle Teams.

Alles unter der Voraussetzung, dass die NFLPA dem aktuellen Angebot zustimmt.

  • Keine Kommentare gefunden
Powered by Komento