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Der verlorene Sohn kehrt Heim

NFL_playoffsAm kommenden Samstag treffen in den NFL-Playoffs die New England Patriots auf die Denver Broncos.

Nebst vielen anderen Storylines ist eine besonders brisant: Der Mann, der Denvers Erfolg in dieser Saison und am letzten Sonntag gegen die Steelers überhaupt erst möglich machte, ist nun wieder in Diensten der Patriots unterwegs. Die Rede ist von Josh McDaniels!

McDaniels ist auf eine gewisse Art und Weise derjenige, der Tebows jetzigen Erfolg in Denver überhaupt möglich gemacht hat. Er war es, der sich damals 2009 am Drafttag durchsetzte und Tim Tebow mit dem 25. Pick nach Colorado holte.

Zuvor hatte er im Übrigen mit Pick Nr. 22 Wide Receiver Demaryius Thomas gezogen – diesen Pick erlangte er durch einen Trade mit den New England Patriots…

Doch wer ist eigentlich dieser Josh McDaniels, der offensichtlich als Head Coach der Broncos grandios gescheitert war? Er wurde 1976 in Ohio geboren und spielte Football auf der Highschool und später am College John Carroll. Hier versuchte er sich als Quarterback, wurde aber von einem gewissen Nick Caserio geschlagen. Caserio ist mittlerweile der Director of Player Personnel – natürlich – bei den Patriots! Also spielte McDaniels Wide Receiver.

Zudem waren unter seinen Teamkollegen London Fletcher und Brian Polian. Linebacker Fletcher ist heute noch in der NFL für die Washington Redskins aktiv, während Polian als Special Teams Coordinator in Stanford tätig ist. Viel Talent war also schon immer um ihn herum zu finden.

Seine Inspiration, eines Tages als Coach im Football zu arbeiten, kam übrigens durch seinen Vater Thom, seines Zeichens USA Today Highschool Coach of the Year 1997. Noch heute wird dieser als Legende des High-School-Footballs in Ohio angesehen.

McD
McDaniels in seiner Zeit bei den Broncos (CC-BY-SA) Foto von Jeffrey Beall

Seine ersten Schritte im Coaching machte McDaniels von 1999 bis 2000 als Assistent im Trainerstab von Head Coach Nick Saban – ein Freund seines Vaters – an der Michigan State University. Anschließend ging es dann zu den New England Patriots, wo er als Assistent in der Personalabteilung anfing.

Auch hier halfen ihm anfänglich Kontakte, denn Saban war einst der Defensive Coordinator unter Head Coach Bill Belichick in Cleveland. Beide Coaches sind bis heute gut befreundet.

McDaniels diente sich nach und nach hoch und war schließlich von 2002 bis 2003 ein Assistenztrainer im Bereich der Defense unter Defensive Coordinator Romeo Crennel.

Seine größte Begabung war und ist jedoch das Verständnis der Offensive. Folgerichtig machte ihn Belichick von 2004 an zum Quarterbacks-Coach. Von da an arbeitete er eng mit Tom Brady zusammen, der damals schon zwei seiner bislang drei Super-Bowl-Ringe gesammelt hatte. 2004 folgte dann der dritte.

Nach dem Titel 2004 verabschiedete sich der damalige Offensive Coordinator Charlie Weis, so dass dieser Posten vakant wurde. Anstatt jedoch direkt einen Nachfolger zu benennen, übernahm Belichick zunächst selbst den Posten. McDaniels kam jedoch die Aufgabe zu, als Play-Caller zu fungieren. Ein Jahr später war es dann soweit: Josh McDaniels wurde offiziell zum Offensive Coordinator befördert.

2007 führte er dann Regie von der Seitenlinie, als die Patriots mit der wohl potentesten Offense aller Zeiten eine fast perfekte Saison hinlegten. Brady stellte mit 50 einen neuen Touchdown-Pass-Rekord auf, während Randy Moss einen neuen Touchdown-Reception-Rekord feiern durfte. Wie groß der Anteil McDaniels an dieser Gesamtvorstellung wirklich war, zeigte sich spätestens im Jahr 2008.

Brady verletzte sich direkt am ersten Spieltag und so musste New England ohne den NFL-MVP und mit Backup Matt Cassel in die Spielzeit gehen. Cassel hatte seit seinen High-School-Tagen kein Spiel gestartet. Dennoch legten die Patriots eine starke Saison hin, Cassel überzeugte und man gewann am Ende elf Spiele. Die Playoffs verpasste man zwar trotzdem, aber nur aufgrund eines unglücklichen Tie-Breakers gegenüber den Miami Dolphins.

Spätestens nach dieser starken Spielzeit wurde der Rest der NFL auf McDaniels aufmerksam. Er verließ schließlich New England und wurde der Nachfolger von Mike Shanahan bei den Denver Broncos. Dort angekommen überwarf er sich gleich mal mit Quarterback Jay Cutler, weil er lieber Cassel mitgebracht hätte, welcher letztlich in Kansas City landete. Dank seines ausgewogenen Systems kam er aber auch mit Kyle Orton als QB zu einem sehr guten Debüt.

Die Broncos legten einen fulminanten Saisonstart hin und gewannen ihre ersten sechs Spiele in Serie. Dabei schlug man sogar die Patriots. Danach brach sein Team aber ein und beendete die Saison mit einer doch ernüchternden 8-8-Bilanz. 2010 ging schließlich komplett den Bach runter, so dass McDaniels noch in der Saison entlassen wurde. Noch bevor er selbst die Früchte ernten konnte, die er mit Tebow gesät hatte.

In der Saison 2011 war er dann als Offensive Coordinator der St. Louis Rams angetreten, um Sam Bradford und dessen vielversprechende junge Offensive noch besser zu machen. Dies wurde aber nicht zuletzt aufgrund von enormem Verletzungspech verunmöglicht. Mit McDaniels waren die Verantwortlichen aber wohl trotzdem zufrieden, war er doch der einzige Coach im Trainerstab, der nicht unmittelbar nach Saisonende entlassen wurde.

Freigestellt wurde er dann doch, da er selbst und die Patriots darum gebeten haben. In New England wird er zunächst bis zum Ende der Playoffs als Assistent unter seinem früheren Assistenten Bill O’Brien fungieren, in der kommenden Saison ist er dann wieder der Offensive Coordinator, während O’Brien den Penn-State-Job antritt.

Ob McDaniels in so kurzer Zeit – eine Woche vor dem Spiel gegen sein Ex-Team – noch großartig weiterhelfen kann, ist natürlich fraglich. In jedem Fall wird er aber Erfahrungsberichte über Tebow und das gesamte Team zum Besten geben können.

Am Ende wird es aber wohl eher ein psychologischer Effekt sein, mehr als andere. „Wir wissen, was ihr macht, denn wir haben euren Ex-Coach verpflichtet.“ So oder so ähnlich könnte man diesen Schachzug umschreiben. Auch Belichick arbeitet eben gern mit subtilen psychologischen Kniffen, wenn es sich anbietet. An sich hätte es rein sportlich auch gereicht, McDaniels erst zur kommenden Saison zurückzuholen, zumal die Offensive nun wirklich nicht das Problem der Patriots ist.

Aber irgendeinen Grund wird es schon geben, dass der verlorene Sohn nun doch schon jetzt zurückkehrt. Er selbst sagte Ende Dezember und noch in Diensten der Rams: „Man ist gesegnet, wenn man die Chance hat, als Trainer in der National Football League zu arbeiten. Man muss alles tun, was man kann, um dem Team zum Sieg zu verhelfen.“ Und wenn das bedeutet, dass er als personifizierter Smoke Screen a la Belichick fungiert, um in die Köpfe der Broncos zu gelangen, dann wird er genau diese Rolle ausfüllen.

Und so könnte am Ende der Mann, der das Monster Tebow zum Leben erweckte, dabei mithelfen, das Ende dieser doch recht kurzen Ära herbeizuführen.

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