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    registriert am 11.01.2018

College Football Artikel

Duell der Giganten um die BCS-Krone

bcschampEs ist das größte Spiel des noch jungen Football-Jahres. Es ist ein Kampf der College-Giganten. Es ist Alabama gegen Notre Dame! Das BCS National Championship Game in Miami Gardens verspricht eine hochklassige Abwehrschlacht zu werden.

Der amtierende Champion trifft auf ein Programm, das nach langjähriger Durststrecke endlich wieder ganz oben stehen will. Auf dem Spiel steht der Titel des AP-Rekord-Champions. Zudem könnte ND-Head-Coach Brian Kelly mit den ganz Großen der Irish gleichziehen.

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#2 Alabama Crimson Tide vs. #1 Notre Dame Fighting Irish

Nacht auf Dienstag, 02:30 Uhr MEZ – ESPN America live

Der Titelverteidiger Alabama erreichte dieses Spiel mit dem Gewinn der South Eastern Conference. Der Sieg im damaligen Endspiel gegen Georgia mit auslaufender Uhr war jedoch am Ende der verhältnismäßig einfachere Part. Viel schwieriger war es, überhaupt in die Position zu kommen, den Titel zu verteidigen.

Anfang November kassierte das Team von Head Coach Nick Saban seine erste und einzige Niederlage, daheim gegen Johnny Manziel und Texas A&M. Damit waren die Hoffnungen auf einen Trip nach Südflorida eigentlich schon begraben. Doch am 17. November verloren sowohl Kansas State als auch Oregon – die Teams, die an 1 und 2 gesetzt waren – ebenfalls ihr jeweils erstes Spiel und die Tide zog vorbei. Die Fighting Irish profitierten natürlich auch von diesen Pleiten und waren fortan die Nummer eins im Land.

Schlüsselspiele

Die Saison der Crimson Tide verlief weitestgehend souverän. Zum Auftakt wurde die damalige Nummer 8 Michigan vernichtend geschlagen. Es folgten einige Kantersiege, bis dann das Rematch in Baton Rouge gegen LSU anstand. Doch ähnlich wie im Championship Game der Vorsaison, gewann man auch dieses Mal, wenn auch knapp mit 21:17. In der Woche darauf folgte die Pleite gegen Texas A&M, wovon man sich aber schnell erholte. Das Spiel gegen Georgia war erneut sehr eng, doch auch hier behielt Alabama letztlich die Oberhand. Bemerkenswert: Es gelangen vier Shutouts, darunter ein 52:0 gegen Arkansas und ein 49:0 gegen Auburn.

Die Irish hatten sicherlich mehr zu kämpfen als Alabama, doch schlug man auch einige namhafte Gegner. In aufeinander folgenden Wochen wurde zunächst Michigan State (#10) und dann Michigan (#18) niedergerungen. Später dann gelang ein Sieg in der Verlängerung gegen den späteren Rose-Bowl-Gewinner Stanford. Der beeindruckendste Erfolg war aber unzweifelhaft der klare 30:13-Sieg gegen Oklahoma (#8) in Norman.

Das Schlüsselspiel schlechthin dürfte in der Woche darauf die Schlacht gegen Pittsburgh gewesen sein. Man lag zum Start des vierten Viertels 20:6 hinten und gewann am Ende noch 29:26 nach dreifacher Verlängerung. Spätestens dann wusste jeder in South Bend, dass dieses Team nie aufgeben wird und immer einen Weg findet. Der krönende Abschluss der Regular Season war schließlich der Erfolg bei USC.

Topspieler

Die größte Qualität des Alabama-Programms ist die Tiefe des Kaders. Das Team verfügt über so viele herausragende Akteure, das es schwierig ist, einzelne Individuen hervorzuheben. Offensiv spielte allerdings Quarterback AJ McCarron eine herausragende Saison. Er warf für 2.669 Yards mit 26 Touchdowns und nur drei Interceptions.

Die größte Stärke der Offense ist aber das Laufspiel um Eddie Lacy (1.182 YDS, 16 TD) und T.J. Yeldon (1.000 YDS, 11 TD). Die beiden dominierten z.B. Georgia nach Belieben: ‘Bama lief für über 350 Yards im SEC-Championship. Der beste Receiver ist Amari Cooper mit 53 Receptions für 895 Yards (9 TD).

Der herausragende Mann der Irish ist ganz klar Linebacker Manti Te’o. Er schaffte nicht nur 103 Tackles und sieben Interceptions, sondern belegte auch Platz zwei bei der Heisman-Wahl. Zudem gewann er die folgenden Awards: Den Maxwell Award für den herausragendsten Spieler der Nation, den Walter Camp Award (Spieler des Jahres), den Bednarik Award (bester Defensivspieler) und den Butkus Award für den besten Linebacker. Er ist das Herz und der Kopf dieser Mannschaft und wohl hauptverantwortlich für den Erfolg der Defense.

Neben Te’o verfügt das Team von Brian Kelly mit den Defensive Ends Stephon Tuitt (12 Sacks) und Prince Shembo (7 ½ Sacks) sowie Kapron Lewis-Moore (6 Sacks) über weitere starke Playmaker.

Coaches

Nick Saban übernahm ein damals schwaches Alabama im Jahr 2007 und krempelte das Programm vollständig um. Seit 2008 hatte man nie weniger als zehn Siege und gewann sowohl 2009 als auch 2011 das BCS National Championship Game, wurde zudem auch National Champion der AP. Saban wäre mit einem Erfolg der erste Coach der BCS-Ära, der vier Meisterschaften gewinnen würde – sein erster Titel kam 2003 mit LSU.

Brian Kelly wiederum ist seit drei Jahren Head Coach der Irish und könnte wie seine legendären Vorgänger Ara Parseghian, Frank Leahy, Lou Holtz und Dan Devine seinen ersten Titel im dritten Jahr einfahren. Er wurde in dieser Saison bereits zum AP Coach of the Year und Eddie Robinson Coach of the Year gewählt. Ein Sieg wäre zudem der 200. in seiner Karriere als Head Coach im College Football insgesamt. Unter Kelly ist es im Übrigen üblich, dass die Irish in Bowl Games mit Namen auf den Trikots auflaufen. Normalerweise verzichtet man auf dieses Erkennungsmerkmal.

Defense, Defense, Defense

„Offense wins Games, Defense wins Championships!” Dieses Motto wird an diesem Montag einmal mehr mit Nachdruck bestätigt. Hier treffen die wohl besten Defensivreihen des Landes aufeinander. Die Irish führen die Nation mit 10,3 Punkten pro Spiel an, ‘Bama liegt mit 10,7 zugelassen Zählern pro Spiel nur hauchdünn dahinter.

Alabama ist dafür die Nummer eins mit 246 Yards pro Spiel, Notre Dame belegt hier Platz sechs mit 288,1. In der Laufverteidigung liegt Alabama mit 79,8 Yards pro Partie deutlich auf Platz eins, Notre Dame kommt hier auf 93,3 Yards pro Spiel (Platz 5). Einzig in der Pass-Defense fallen die Fighting Irish ein wenig ab: Sie lassen 194,8 Yards im Schnitt zu, Alabama lediglich 166,2.

Offense

Quarterback AJ McCarron hat sicherlich bessere Zahlen im Vergleich zu Everett Golson (2.135 YDS, 11 TD, 5 INT). Doch Golson ist dafür auch im Laufspiel eine ordentliche Option, wären McCarron ein reiner Pocket-Passer ist.

Im Teamvergleich kam Alabama auf 38,5 Punkte im Schnitt, ND begnügte sich mit 26,8, was aber angesichts der starken Defense immer gereicht hat. Die größte Stärke der Tide dürfte in diesem Bereich die starke Offensive Line um All-American-Center Barrett Jones sein. Sie ist die Grundlage für das starke Laufspiel.

Historie

Alabama und Notre Dame trafen in der Vergangenheit sechs Mal aufeinander. Fünf Mal gingen die Irish als Sieger vom Platz, zuletzt 1987, als ND mit 37:6 gewann. 1973 ging es im Sugar Bowl um die Meisterschaft und die Irish siegten mit 24:23 in einem dramatischen Spiel. Ein Jahr später setzte sich Notre Dame dann im Orange Bowl erneut durch.

Beide Teams gewannen je acht AP National Championships, insofern steht auch der Titelrekord auf dem Spiel. Alabama ist der amtierende Titelträger. Der letzte Erfolg der Irish datiert zurück ins Jahr 1988.

Prognose

Angesichts der beiden herausragenden Defensivreihen ist ein enges Spiel mit wenigen Punkten zu erwarten. Beide Teams haben aber die Qualität, offensiv einen Gang zuzulegen und diesbezüglich für eine Überraschung zu sorgen.

In jedem Fall ist das Team der Crimson Tide aber reifer und erfahrener, hat schließlich mehrfach unter großem Druck gespielt und ging zumeist als Sieger vom Platz. Für die Fighting Irish ist diese Situation Neuland. Aus diesem Grund und weil Alabama über eine bessere Offensive verfügt, gehen sie als Favorit in das Duell um den nationalen Titel.

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