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AFinsider.de Gameday Wildcard Special

 
Autor: Marcus Blumberg Freitag, 06. Januar 2012
 

gamedayNach einer langen und vielerorts wechselhaften Saison stehen nun die Playoffs an. In der Wildcard-Runde werden uns interessante Duelle geboten.

Den Auftakt machen die Texans und Bengals im Aufeinandertreffen zweier Teams, die man hier vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte. Samstagnacht kommt es dann zum Knaller des Wochenendes zwischen den Saints und Lions mit den Gunslingern Drew Brees und Matthew Stafford.

Am Sonntag empfangen die Giants die Falcons zum wohl am schwersten zu berechnenden Spiel der Runde. Und im späten Spiel müssen die Steelers zu den Broncos reisen.

cincinnatihouston

Cincinnati Bengals #6 @ Houston Texans #3

Samstag, 22:30 Uhr MEZ ESPN America & SPORT1+ live

Die Bengals kamen in die Playoffs, obwohl sie auch die letzte Chance verpassten, ein Topteam (Baltimore) zu schlagen. Houston hatte die erste Playoff-Qualifikation in ihrer Geschichte bereits vor Wochen klar gemacht. Allerdings angeführt von Matt Schaub, der nun nicht mehr dabei ist. Im ersten Spiel der beiden unterlag Cincy denkbar knapp mit 19:20.

Safety Taylor Mays ist am Oberschenkel verletzt und könnte das Spiel verpassen. Defensive End Frostee Rucker plagen Schulterbeschwerden. Ein Einsatz erscheint jedoch wahrscheinlich. Ansonsten sind alle Spieler verfügbar.

Die gute Nachricht ist, dass alle angeschlagenen Spieler spielen können. Selbst Quarterback T.J. Yates wird trotz ausgekugelter linker Schulter auflaufen. Er hat dann auch Wide Receiver Andre Johnson bei sich. Allerdings wird man ihn nur dosiert einsetzen, nachdem er lange mit einer Oberschenkelverletzung ausfiel.

Die Bengals müssen den Lauf etablieren, ansonsten wird sie der Pass Rush der Texans überrollen. Insofern sind Cedric Benson und Bernard Scott gefragt, ihren Quarterback Andy Dalton zu entlasten. Gelingt dies, wird letzterer genug Zeit bekommen, um seine Receiver einzusetzen. Allerdings wusste bis auf A.J. Green zuletzt kaum einer wirklich zu überzeugen. Andre Caldwell und Jermaine Simpson müssen sich steigern, zumal Green wohl von Cornerback Jonathan Joseph bewacht werden wird.

Haben die Texans den Ball, werden sie laufen. Arian Foster war einer der besten Running Backs der Saison und ist auch als Passempfänger enorm gefährlich. Hinzu kommt Backup Ben Tate, der auch immer für 100 Yards gut ist. Was die Bengals tun wollen, ist den Lauf zu stoppen. Denn dann muss Yates werfen, was in seinem Zustand schwieriger ist als sonst. Und man weiß nicht, wie effektiv gerade Johnson sein kann nach langer Pause.

Es erwartet uns ein von Defensive und Laufspiel geprägtes Spiel. Beide Teams sind keineswegs in Bestform. Insofern wird es wohl eine ausgeglichene Partie geben. Ich tippe aber auf Houston, weil Cincinnati bisher nie gut aussah gegen starke Teams.

detroit_newneworleans

Detroit Lions #6 @ New Orleans Saints #3

Nacht auf Sonntag,02:00 Uhr MEZ ESPN America & SPORT1+ live

Die Vorzeichen sind klar: Es treffen zwei Quarterbacks aufeinander, die beide mehr als 5.000 Yards geworfen haben in der abgelaufenen Spielzeit. Beide Teams trafen bereits einmal in der Saison aufeinander und damals gewannen die Saints mit 31:17. Geprägt war die Partie auch durch viele Fehler der Lions.

Die Lions sind weitestgehend fit. Allerdings ist Star-Receiver Calvin Johnson an der Achillessehne verletzt. Daher trainierte er weder am Dienstag, noch am Mittwoch. Diese Probleme hatte er jedoch schon in der letzten Woche und das machte ihm augenscheinlich keine Probleme im Spiel gegen Green Bay (11 REC, 244 YDS, TD). Zurückkehren wird Safety Louis Delmas. Er verpasste die letzten fünf Spiele mit einer Innenbandverletzung.

Die Verletztenliste der Saints ist deutlich länger. Wide Receiver Lance Moore plagen Oberschenkelprobleme, die einen Einsatz ernsthaft gefährden. Linebacker Jonathan Vilma ist am Knie verletzt, sollte aber spielen können. Außerdem sind Safety Malcolm Jenkins (Nacken) und Wide Receiver Robert Meachem (Knie) angeschlagen. Beide werden aber wohl spielen.

Die große Stärke der Lions ist das Passspiel. Und Stafford weiß den Ball gut zu verteilen. Neben dem herausragenden „Megatron" zeigten sich auch die Tight Ends Brandon Pettigrew und Tony Sheffler sowie die Wide Receiver Nate Burleson und Titus Young immer gefährlich. Die Saints sind dagegen die Nummer 30 in der NFL gegen den Pass.

Haben die Saints den Ball, setzen sie nicht nur auf Brees und seine schier unzähligen Receiver. Sie stellten auch die sechstbeste Lauf-Offensive der Liga mit knapp 132 Yards pro Spiel. Ob das gegen Detroit auch funktioniert, ist fraglich. Sie haben gerade in der Mitte mit den Tackles Ndamukong Suh und Nick Fairley sowie Stephen Tulloch dahinter genug Qualität, die Mitte dicht zu machen. X-Faktor könnte Darren Sproles werden, der gerade als zusätzliche Passoption extrem gefährlich ist. Insgesamt muss es Detroit aber schaffen, Brees unter Druck zu setzen. Ansonsten wird wenig gehen für die Gäste.

Die Lions zeigten sich emotional von ihrer schlimmsten Seite in großen Spielen gegen Green Bay an Thanksgiving oder im Sunday Night Game in New Orleans Anfang Dezember. Stellen sie das nicht ab, haben sie keine Chance. Machen sie aber keine dummen Fehler, dann sehen wir ein lange enges Spiel mit vielen Punkten. Die Saints sind aber dennoch der Favorit.

atlantanygiants

Atlanta Falcons #5 @ New York Giants #4

Sonntag, 19:00 Uhr MEZ ESPN America & SPORT1+ live

Die Falcons kamen am Ende relativ leicht zu ihrer Wildcard, überzeugten aber nie so richtig in dieser Spielzeit. Die Giants wiederum sind nur dank einer guten Schlussphase in den Playoffs. Konstant waren beide Mannschaften eigentlich nicht.

Atlanta muss wohl auf Linebacker Stephen Nicholas (Zeh) verzichten. Ein Einsatz von Wide Receiver Harry Douglas ist fraglich, da er sich gegen Tampa Bay an der Leiste verletzt hatte. Linebacker Sean Weatherspoon könnte nach seiner Kopfverletzung zurückkehren und Cornerback Brent Grimes (Knie) wird nach einwöchiger Pause ebenfalls zurückerwartet.

New York bangt um Linebacker Mark Herzlich, der an einer Knöchelverletzung leidet. Sein Mitwirken erscheint unwahrscheinlich. Tight End Jake Ballard könnte dagegen nach zwei Spielen Pause mit einer Kreuzbandverletzung spielen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Defensive End Osi Umenyiora leidet weiterhin an Sprunggelenks- und Kniebeschwerden und trainierte nicht. Spielen wird er dennoch. Gleiches erwartet man von Running Back Ahmad Bradshaw (Fuß).

Nach eher durchschnittlichen Lauf-Leistungen im letzten Monat, lief es buchstäblich überragend für die Falcons gegen die Buccaneers. Michael Turner kam auf 172 Yards und scheint wieder in der Spur. Das ist zugleich der Schlüssel für sein Team. Nur mit effektivem Laufspiel kann man den starken Pass Rush der Giants verlangsamen. Besonders Defensive End Jason Pierre Paul spielte mit 16 ½ Sacks eine herausragende Saison. Er wird Left Tackle Will Svitek das Leben schwer machen. Ein potentiell großer Vorteil scheint das Matchup zwischen der nicht immer überragenden Secondary der Giants und den Wide Receivern Roddy White und Julio Jones zu sein. Beide sind immer für große Momente gut.

Das Laufspiel war auch in New York ein Dauerthema im Jahr 2011. Bradshaw war längere Zeit verletzt und Brandon Jacobs nicht immer in Form. Hinzu kam eine schwach spielende Offensive Line. Auch für die Giants gilt es, den Lauf wieder besser einzusetzen. Auch die Falcons können Druck auf den Quarterback ausüben, gerade Defensive End John Abraham ist hier zu nennen. Eli Manning hat aber gezeigt, dass er gerade in den Playoffs nicht zu unterschätzen ist. Mit Receivern wie Hakeem Nicks und Victor Cruz hat er zudem gefährliche Waffen zur Verfügung.

Auch hier ist es schwer, einen Favoriten zu benennen. Diese Teams hatten Höhen und Tiefen im Jahr und kaum eine klare Linie. Aktuell scheinen sie beide wieder in aufsteigender Form zu sein, aber wer weiß, wie es Sonntag aussieht? Ich tippe aber aufgrund des Heimvorteils auf New York.

pittsburghdenver

Pittsburgh Steelers #5 @ Denver Broncos #4

Sonntag, 22:30 Uhr MEZ ESPN America & SPORT1+ live

Auf dem Papier ist dies wohl die einseitigste Partie der Wildcard Playoffs. Hier die alljährlich erfolgreichen und dominanten Steelers. Dort die mit Ach und Krach für die Playoffs qualifizierten Broncos.

Safety Ryan Clark wird nicht spielen. Er leidet an Sichelzellenanämie und wird aufgrund der Höhenluft in Denver nicht berücksichtigt. Running Back Rashard Mendenhall ist nach seinem Kreuzbandriss aus dem Rennen und auch Backup Mewelde Moore wird mit einer Knieverletzung höchstwahrscheinlich ausfallen. Fraglich ist Center Maurkice Pouncey mit einer Sprunggelenksverletzung. Eine ähnliche Verletzung plagt Quarterback Ben Roethlisberger, der aber spielen wird.

Die Saison ist für Guard Chris Kuper beendet. Safety Brian Dawkins hat seit seiner Nackenverletzung am 11. Dezember nicht mehr trainiert. Insofern spielt er für Sonntag keine Rolle. Fullback Spencer Larsen hat eine Innenbanddehnung und fällt wahrscheinlich aus. Zudem laboriert Wide Receiver Eddie Royal an Problemen am Zeh. Auch er ist fraglich.

Hier ist das Problem der Steelers: Mit den Ausfällen von Mendenhall und (wahrscheinlich) Moore, bleibt nur noch Isaac Redman für den Lauf. Zudem holte man Chad Spann aus der Practice Squad. Aber ob das reicht, ist fraglich. Also müsste man auf den Pass setzen. Hier ist aber Roethlisberger merklich angeschlagen und keineswegs so beweglich wie normalerweise. Es wird also interessant zu sehen, wie man mit diesen Handicaps klarkommt. Die Denver-Defense scheint auf fast alles vorbereitet. Um „Big Ben" zu stören, stehen gleich mehrere Spieler parat. Neben den Defensive Ends Elvis Dumervil und Robert Ayers ist gerade Von Miller sehr gefährlich. Und um Wide Receiver Mike Wallace kümmert sich Champ Bailey. Pittsburgh muss auf den Ball aufpassen, denn bislang gab man ihn 28 Mal her. Denver erzwang allerdings in den letzten drei Spielen keinerlei Ballverluste. Und mit Spread-Formationen hatten sie auch so ihre Schwierigkeiten.

Hat Denver den Ball, heißt das Grundprinzip weiterhin Spread-Option. Tim Tebow präsentierte sich zuletzt äußerst schwach und gab den Ball gleich neunmal her in besagten drei Spielen, die man verlor. Dick LeBeaus Defense dürfte die wohl größte Herausforderung sein für den ehemaligen Heisman-Gewinner. Kaum ein Team kann sein System so gut verschleiern wie die Steelers. Und wenn diese den Lauf stoppen, Tebow in der Pocket halten und zum Pass zwingen, dann wird das ein ganz langer Abend in der Mile High City.

Pittsburgh gewinnt dieses Spiel. Es ist allerdings zu erwarten, dass es lange eng bleibt, weil Roethlisberger nicht in Topform ist und daher nur wenige Punkte beisteuern kann. Die Defense wird den Rest besorgen.

Kommentare
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Seau55
(Registered) 06-01-2012 15:29
Mein Tipp:
Giants und Steelers mit solidem Spiel und Sieg.
Bei den Lions wird es eng und Sie können sich eigentlich nur selber Schlagen. Denke aber die Saints werden Siegen. Obwohl ich für die Lions bin.
Bei den Bengals wird es auch eng. Sollten sie es schaffen nicht nervös zu werden, dann werden Sie das Feld als Sieger verlassen.
 
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Patriots
(Registered) 06-01-2012 15:47
Texans, Saints, Giants und Steelers.
 
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pm_history
(Registered) 06-01-2012 21:01
@Seau: Die Lions können sich nur selbst schlagen?? Kann der Aussage nicht ganz folgen. Sie spielen auswärts gegen das in absoluter Bestform befindliche New Orleans und dies mit einer, außer der Front-4, schwachen (Pass-)Defense. Auch wenn Detroit offensive Feuerpower hat: Nur die Saints können sich da selbst schlagen.
@Patriots: Seh ich alle 4 exakt gleich.
 
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Seau55
(Registered) 07-01-2012 04:34
mit der aussage möchte ich nur noch einmal darauf hinweisen, dass sie sich oft mit blöden strafen und sonstigen fehlern aus dem spiel nehmen. oder einfach noch einmal den letzten absatz der preview unterstreichen.
 
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Patriots
(Registered) 07-01-2012 11:16
Die Saints sind für mich neben den Packers absoluter Favorit auf den Super Bowl Gewinn, daher gehe ich ziemlich sicher davon aus, dass die Saints gegen die Lions gewinnen werden. Sie haben zwar eine klasse Front 4, aber Brees wird die Secondary auseinander nehmen, da sind die Lions nicht so gut aufgestellt.
Nebenbei bemerkt lassen die Lions viele Laufyards zu, da wird vor allem Sproles reinstechen.
Ich tipp mal auf ein 35:24.

Vorfreude steigt! :)
 
Rumpel
(Registered) 07-01-2012 12:24
Ich würd mich ja schlapp lachen, wenn Brady Quinn einen total überforderten Tebow in der HZ ersetzt und dann die Steelers nach Hause schickt.
 
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Patriots
(Registered) 07-01-2012 13:50
Die Steelers-Line wird Tebow zerfetzen, Harrison wird ihn in Grund und Boden prügeln und die Broncos sind dann da, wo sie hingehören, nämlich im Urlaub.
 
re:
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Basti.MLBI
(Registered) 07-01-2012 17:08
Gähn... ;)

Texans, Saints, Falcons und Steelers.

Betting Lines sind ja auch schon gut hochgeboten worden in Vegas. Bin gespannt ob die Giants morgen früh noch 3,5 bekommen, dann werden die Sharps auf die Falcons setzen :)

Ansonsten seh ich die Texans, Saints und Steelers klar in der nächsten Runde.
 
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Kolumnen - AFinsider.de Gameday

Marcus Blumberg

 
blumberg2Marcus Blumberg ist 26 Jahre alt und stellvertrender Chefredakteur bei AFinsider.de und für den Inhalt verantwortlich. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Football.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen ist der Fan der Patriots und Eagles mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt.