Anmelden
Wer ist online?
Leserkommentare
Zwei Johnsons, ein Wunsch: Mehr Geld!
Zwei Männer, ein Anliegen, ein Name: Johnson. Chris und Andre Johnson wollen mehr Geld und bleiben dafür den Offseason-Meetings ihrer Teams fern. Doch ist dieser Schritt in den einzelnen Fällen auch gerechtfertigt?
Willkommen zu This Week in Football. Heute blicke ich auf zwei Spieler mit dem Nachnamen Johnson, die gerne neue Verträge hätten. Und nein, die Rede ist nicht von Chad Johnson, der heißt ja jetzt Ochocinco…
Im Football ist es so üblich, dass man quasi in einen persönlichen Streik tritt, wenn man mit seinem aktuellen Vertrag nicht zufrieden ist. Dieses Stilmittel wendet nun evtl. Chris Johnson von den Tennessee Titans an. Er blieb bisher den Organized Team Activities („OTA“) fern. Dies ist allerdings noch nicht weiter tragisch, da solche freiwillig sind und somit keineswegs besucht werden müssen. Richtig trainiert werden darf dort ohnehin nicht als Teil des Arbeitsabkommens zwischen der Spielergewerkschaft und der NFL, um die Belastung über den Sommer niedrig zu halten.
Ein Fernbleiben bei diesen Veranstaltungen ist aber keineswegs gern gesehen, da diese Events gerne zum Teambuilding genutzt werden. Doch sei es drum, der 2000-Yard-Mann Johnson will einen neuen Vertrag und somit mehr Geld, also sendet er ein Zeichen. Vor zwei Jahren unterschrieb er einen Vertrag über fünf Jahre und zwölf Millionen US-Dollar. Garantiert sind davon sieben, sein Grundgehalt für 2010 beträgt allerdings nur relativ geringe 500.000 US-Dollar, die im Vergleich zu den Topverdienern auf seiner Position eher lächerlich wirken.
Johnson spielte zwei herausragende Saisons, durchbrach zuletzt die 2.000-Yard-Marke und holte sich zudem den Rekord für die meisten Scrimmage-Yards in einer Saison. Er kann also mit Fug und Recht behaupten, einer der besten Running Backs der Liga zu sein, wenn nicht gar der Beste. Bei letzterem kommt es darauf an, wen man fragt. Doch zu den besten zwei bis drei der Liga zählt er sicherlich neben Adrian Peterson und Steven Jackson. Und somit ist sein Wunsch nach einer höheren Entlohnung zumindest nicht aus der Luft gegriffen.
Ob er mit seiner Forderung Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten, denn die Titans gelten nicht als die Organisation, die freimütig mit Geld um sich wirft. Man schaue auf Albert Haynesworth, den man im Grunde ohne Gegenwehr ziehen ließ anstatt seinen immensen Forderungen nachzukommen. Er unterschrieb dann in Washington für 100 Millionen US-Dollar. Bei Johnson ist die Sachlage eine andere. Bei ihm gilt vor allem, dass er noch Vertrag hat für drei weitere Jahre. Er kann gerne mehr fordern, erfüllen muss man ihm seine Wünsche aber noch lange nicht. Und wenn er selbst dem Trainingscamp fernbliebe und schließlich die Saison aussäße, bekäme er nicht mal mehr sein Wochengehalt.
Die beste Lösung wäre sicherlich, ihm das Gehalt zu erhöhen, nicht in astronomische Höhen, aber doch soweit, dass er entsprechend seiner Leistung und nicht nach seiner Draftposition bezahlt wird. Und ich glaube, dass man dies auch in Nashville einsehen wird.
Anders geartet ist die Lage bei Andre Johnson von den Houston Texans. Dieser ist nicht nur aus meiner Sicht der aktuell beste Wide Receiver der Liga und der große Star des Teams. Auch er blieb den OTA, die Anfang der Woche begannen, fern. Denn auch er ist unzufrieden mit seinem Vertrag. Doch hier enden auch schon die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Johnsons.
Wie beschrieben, hat Chris Probleme mit seinem Rookie-Vertrag, Andre hingegen spielt mit seinem zweiten NFL-Vertrag, den er erst 2007 unterschrieb und der noch fünf weitere Jahre läuft. Der Gesamtwert dieses Deals beträgt 60 Millionen US-Dollar! In der kommenden Saison stehen ihm stattliche 5,8 Millionen US-Dollar zu. Andre Johnson ist aber der Meinung, dass er diesen Wert durch seine Leistungen bereits übertroffen hätte und daher mehr bekommen sollte. Vermutlich stören ihn die neuen Deals von Larry Fitzgerald (vier Jahre, 40 Millionen) und Brandon Marshall (vier Jahre, 47 Millionen), deren durchschnittliche Jahresgehälter ein wenig über dem in Johnsons Vertrag liegen.
Während Chris also ein Star ist und wie ein Rookie bezahlt wird – wenn auch einer, der in der ersten Runde gezogen wurde – ist Andre Johnson ein Star, der auch als solcher entschädigt wird. Jammern auf sehr hohem Niveau also! Es gibt nicht viele NFL-Spieler, die über einen solchen Vertrag verfügen, besonders nicht auf der Wide-Receiver-Position, insofern wirkt es schon ein wenig fraglich, dass jemand wie er sich über sein Gehalt beschwert.
General Manager Rick Smith hat zwar Gesprächsbereitschaft angedeutet, ließ aber auch durchblicken, dass man nicht unbedingt gewillt ist, zum jetzigen Zeitpunkt über einen neuen Vertrag zu reden. Warum auch? 60-Millionen-Verträge sind selbst für NFL-Verhältnisse eine Seltenheit und eben dieser läuft noch fünf Jahre! Johnson wird also zur Vernunft kommen müssen, denn sein Gehalt ist mehr als angemessen.
Sicherlich muss man aber generell betonen, dass kein Vertrag in der NFL garantiert ist, so dass sich ein Spieler nur schwerer verletzen muss – im Football nicht unwahrscheinlich – und schon kann alles aus sein. Insofern muss man auch die Spieler verstehen, dass sie so viel Geld wie möglich so schnell wie möglich herausschlagen wollen. Eine Footballer-Karriere dauert im Vergleich zu anderen Sportarten nicht sehr lange an, so dass die Chance aufs große Geld nur sehr begrenzt ist. Allerdings muss man immer von Fall zu Fall schauen. Bei Chris kann ich seine Haltung sogar verstehen, bei Andre eher nicht.
Also bezahlt den Mann!!!
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 26 Jahre alt und stellvertrender Chefredakteur bei AFinsider.de und für den Inhalt verantwortlich. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Football.Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen ist der Fan der Patriots und Eagles mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt.




Dadurch haben die Pats zeit verloren. Und wenn ich mich recht erinnere hat Brady danach eine. Sac...
[07.02.12-00:02]Websl
@Websl Fängt Welker den Ball, gewinnen die Patriots zu 90%. Was war an dem Drop von Hernande ...
[06.02.12-22:02]Nils
50% gehen auf Brady, da der Pass schlecht geworfen war und 50% an Welker, da er den Ball normaler...
[06.02.12-21:02]Websl
nobody is perfect! Schuld hin oder her. die giants kann man mittlerweile schon als angstgegner de...
[06.02.12-20:02]Seau55
Ehrenhaft von Welker, allerdings würde ich Brady bei dem Spielzug genauso viel Schuld zuweisen. D...
[06.02.12-19:02]Nils