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Leserkommentare
Super Bowl in Jersey ein großes Risiko
Die NFL hat den Spielort für Super Bowl XLVIII bekanntgegeben und dabei alle klimatischen Bedenken, die einst bestanden, über Bord geworfen. Mit New Jersey macht die NFL den Weg frei für den ersten Super Bowl bei vielleicht eisigen Witterungsverhältnissen.
Willkommen zu This Week in Football. Das Thema der Woche ist zweifelsohne die Super-Bowl-XLVIII-Vergabe. Wie ihr mitgekommen habt, entschieden sich die Teambesitzer mehrheitlich für New Jersey und somit ein Freiluftstadion in eher kälteren Gefilden. War das die richtige Wahl?
Die Alternativen hießen Tampa, FL und South Florida, d.h. Miami. Beide sind regelmäßig Gastgeber des größten Spiels des Jahres und somit nachweislich für das Event geeignet. Vor allem ist dort auch sichergestellt, dass es keine schwerwiegenden meteorologischen Hindernisse gibt Ende Januar oder Anfang Februar. Die größte Gefahr ist hier, dass es regnen könnte.
Die Chancen auf Niederschlag sind in East Rutherford, NJ deutlich höher und im tiefsten Winter würde sich dies in Schnee äußern. Ein Super Bowl könnte also zum Wintermärchen werden. Schnee ist allerdings noch kein allzu großes Problem, zumal viele Teams dies gewöhnt sind und es im Verlauf der Playoffs durchaus auch dazu kommen kann. Besonders natürlich bei Heimspielen der New England Patriots, Green Bay Packers oder eben der New Yorker Teams. Schnee ist also nicht das Problem.
Der Faktor Wind macht Football dann aber doch zu schaffen. Wenn die Windverhältnisse denen im alten Giants Stadium nur annähernd ähneln, wird es unangenehm im Jahr 2014. Die Winde drohen hier zu einem echten Problem zu werden und könnten massiven Einfluss nehmen aufs Spiel. Doch nicht nur das Spiel selbst wäre von Wetterkapriolen bedroht.
Auch die Zuschauer könnten Probleme bei der Anreise haben und vor allem wären die Events, die die Super-Bowl-Woche so vielschichtig machen, allesamt Indoor-Veranstaltungen. Wer will schon ein Open-Air-Konzert im tiefsten Winter besuchen oder die NFL-Experience bei klirrender Kälte bewundern?
Und ich bezog mich hier nur auf den normalen Winter im Großraum New York. Durch die Vergabe des Super Bowls an New Jersey erhöht man das Risiko eines Wetterchaos im schlimmsten Fall extrem. In Florida könnte es zwar Überschwemmungen geben, aber die Chancen darauf sind deutlich geringer als ein Schneesturm in Jersey. Die NFL geht hier ein Risiko ein, das einfach nicht sein müsste.
Zudem halte ich das Argument, dass der Super Bowl eine größtmögliche Bühne verdient, auch für unerheblich – der Super Bowl ist bereits die größtmögliche Bühne! Völlig gleich, wo er stattfindet, das Stadion wird voll sein und die Zuschauer werden landesweit und weltweit vor den Fernsehgeräten sitzen. Da ist es doch egal, wo das Spiel stattfindet. Und weil dem so ist, wäre meine Priorität das möglichst perfekte Wetter, nicht die Stadt, auch wenn New York eine Bedeutung hat wie kaum eine andere Stadt in den USA oder der ganzen Welt.
Ein gutes hat diese Wahl dann aber doch. Wenn man schon die New Meadowlands als Super-Bowl-Stadion wählt, dann spricht auch nichts gegen Standorte wie Lambeau Field in Green Bay, Gillette Stadium in Foxborough oder irgendein anderes imposantes Stadion in kälteren Gefilden. Und gerade Green Bay hätte einen Super Bowl verdient, denn diese Stadt lebt Football wie kaum eine andere.
Am Rande noch ein paar Sätze zur Vergabe an sich. Vor ein paar Jahren geschah dies noch während eines ganz normalen Meetings der Teambesitzer, bei dem am Ende per Presseerklärung das Ergebnis mitgeteilt wurde. Heutzutage gibt es Liveübertragungen auf mind. zwei nationalen Fernsehsendern (ESPN, NFLN), ständig aktuelle Informationen auf diversen Websites und natürlich sekündliche Updates via Twitter. Braucht es das wirklich? Ich verstehe ja, dass man den NFL Draft vor den Augen aller abhält, denn hier geht es um die zukünftigen Spielern unser aller Lieblingsteams – wobei drei Tage, die es mittlerweile braucht, ein wenig übertrieben sind – aber die Vergabe eines Super Bowls?
Muss das wirklich auch noch so ausgeschlachtet werden? Ich denke, so langsam haben wir eine Grenze erreicht, die hoffentlich nicht überschritten wird. Denn was ist die Steigerung dazu? Sitzen wir bald live daneben, wenn der Spielplan ausgearbeitet wird? Manche Dinge sollten einfach im stillen Kämmerlein bleiben.
Ich fnde es seit Jahren schon schade, das kein Super Bowl in kälteren, teils auch traditionsreicheren Gefilden stattfindet. Bis zu den Championschip-Spielen darf es kalt sein und danach nicht mehr? Für mich rein finanzielle Interessen, die dahinter stecken, dabei ist der Reiz eines Spiels bei schlechterem Wetter für meine Begriffe ziemlich groß. Ich schaue x-fach lieber Patriots-Bucs bei Minusgraden, als Bucs-Patriots (oder was auch immer) bei Plusgraden.
Mich interessieren allerdings auch die Rahmenbedingungen in der Stadt und das Gehype um den Auftritt von xy an der Stelle za überhaupt nicht.
Und dazu, persönlich ist es mir tausendfach lieber, ich sehe ein Spiel in Downtown Pittsburgh, obwohl nicht die Megametropole, als in Miami 45 Minuten mit dem Taxi ins Nirgendwo zu eiern. Da steht aber das Stadion, welches seinen Namen permanent ändert.
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 26 Jahre alt und stellvertrender Chefredakteur bei AFinsider.de und für den Inhalt verantwortlich. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Football.Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen ist der Fan der Patriots und Eagles mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt.


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