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Ist "Enhanced" wirklich besser?
Es gibt weiterhin keinen neuen Vertrag zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA, doch das hält die Beteiligten nicht davon ab, schon für die Zukunft vorzubauen und über eine Spielplanveränderung zu schwadronieren.
Willkommen zu This Week in Football. Während der Sport immer noch einige Wochen auf sich warten lässt, kam es in der vergangenen Woche zu weiteren Verhandlungen zwischen der NFL, ihrer Besitzer und der Spielergewerkschaft NFLPA. Man kam zwar einem neuen Arbeitsvertrag (CBA) keinen Schritt näher, doch dafür sorgte ein anderer Tagesordnungspunkt für Schlagzeilen.
Die Rede ist natürlich vom Vorschlag eines neuen Spielplans, den Commissioner Roger Goodell nicht als „Expanded Schedule“, also erweiterten Spielplan tituliert haben will sondern vielmehr als „Enhanced Schedule“, einen verbesserten Spielplan. Doch bringt dieser wirklich eine Verbesserung?
Die Grundidee ist folgende: Anstatt wie bisher umfasst der Spielplan nicht 16 Spiele für jedes Team in einer Regular Season, sondern deren 18! Gleichzeitig sollen aus bisher vier Preseason-Spielen zwei werden, um dadurch einen Ausgleich zu erzielen und die Gesamtspielanzahl nicht zu erhöhen.
Auf den ersten Blick nimmt man also zwei im Grunde sinnlose Spiele raus und fügt zwei wichtige Spiele hinzu. Denn Preseason interessiert doch eigentlich niemanden. Ich für meinen Teil schaue solche Partien höchst selten, zumal spätestens im zweiten Quarter ohnehin nur noch Ersatz- bzw. Practice-Squad-Spieler auf dem Feld stehen. Zudem würde es demzufolge (noch) mehr Geld aus dem Fernsehen geben, es gäbe ja zwei weitere Spieltage! Alles gut also? Mitnichten!
Für Fans, Teambesitzer und die NFL an sich liegen die Vorteile auf der Hand. Doch aus Sicht der Spieler überwiegen scheinbar doch die Contras. Zwei Spiele mehr bedeuten auch zwei Spiele mehr an Belastung. Namhafte Größen wie Tom Brady oder auch Ray Lewis deuteten gleich ihr Missfallen über diese Idee an mit Hinweis darauf, dass es ohnehin schon sehr viele Verletzte gäbe im Laufe einer langen Saison. Zudem hört man immer wieder von ehemaligen Spielern, die unter den Folgeschäden ihrer Karriere noch Jahre danach leiden. Football ist auch ein Gesundheitsrisiko, erweitert man nun den Spielplan, erhöht man dieses Risiko.
Im Raum steht daher eine zusätzliche Bye-Week für alle Teams und zwar nach dem zweiten Vorbereitungsspiel. Soll heißen, man würde eine Woche Pause machen zwischen Ende der Preseason und dem Beginn der regulären Saison. Eine weitere freie Woche gehört ohnehin schon zum Spielplan. Nur, wie groß ist der Ertrag einer freien Woche vor der Saison, wenn man weiß, dass die große Belastung doch sowieso erst in der Saison gegeben ist?
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist zudem, dass man ja nicht wirklich „nur“ einfach zwei Preseason-Spiele gegen zwei der Regular Season tauscht! Aus Sicht der Spieler kommen im Grunde wirklich zwei weitere Spiele dazu, denn Starter werden in der Vorbereitung nur sporadisch und größtenteils im vierten Spiel gar nicht eingesetzt. Für die entscheidenden Protagonisten wären es also tatsächlich zwei Extra-Spiele! Und somit steigt eben die Belastung ungemein.
Unter den Besitzern wurden zudem Bedenken laut, dass durch die Reduzierung der Vorbereitung auch die Einsatzzeit für Talente der Teams merklich verringert würde. Diesen Punkt möchte ich allerdings nicht zu hoch hängen, denn wirklich große Erkenntnisse nimmt man aus diesen Partien ohnehin nicht mit.
Im Übrigen wäre auch eine Erweiterung der Kader möglich, wodurch man wohl die Belastung der Spieler teilweise verringern könnte im Laufe des Jahres. Jedoch löst das nicht das Problem, dass Starter mehr belastet werden, denn solche sitzen in der Regel nicht (lange) draußen. Als sinnvoll betrachte ich aber den Vorschlag zur Veränderung der Injured-Reserve-Liste. Demnach sei es angedacht, dass ein Spieler, der auf dieser platziert wird, nicht mehr für den Rest der Saison quasi gesperrt wird, sondern nur noch für sechs Wochen.
Bisher hatte man das Problem, dass man einen Spieler, der längerfristig verletzt war, im Kader behalten musste, wenn eine Chance bestand, dass er doch noch vor Saisonende zurückkommt. Und damit war sein Platz im Kader blockiert und konnte nicht für einen gesunden Spieler genutzt werden. Die Regelanpassung würde dieses Manko beheben.
Ich betone allerdings, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt nur ein Vorschlag ist, der frühestens nach der Saison 2013 greifen kann, da erst dann die laufenden TV-Verträge enden. Und bevor wir über einen angepassten Spielmodus ernsthaft reden, braucht es erst einmal ein neues CBA, das weiter auf sich warten lässt!
Doch am Ende würde ich darauf wetten, dass die Erweiterung kommt, denn wir reden hier über die NFL und letztlich werden die Dollar-Zeichen in den Augen der Entscheidungsträger groß genug sein, um jegliche Bedenken über Bord zu werfen. Scheinbar reichen auch mehr als 3 Mrd. US-Dollar jährlich allein aus dem TV-Pool noch immer nicht aus für die profitabelste Sportliga auf diesem Planeten.
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 26 Jahre alt und stellvertrender Chefredakteur bei AFinsider.de und für den Inhalt verantwortlich. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Football.Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen ist der Fan der Patriots und Eagles mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt.


Dadurch haben die Pats zeit verloren. Und wenn ich mich recht erinnere hat Brady danach eine. Sac...
[07.02.12-00:02]Websl
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[06.02.12-22:02]Nils
50% gehen auf Brady, da der Pass schlecht geworfen war und 50% an Welker, da er den Ball normaler...
[06.02.12-21:02]Websl
nobody is perfect! Schuld hin oder her. die giants kann man mittlerweile schon als angstgegner de...
[06.02.12-20:02]Seau55
Ehrenhaft von Welker, allerdings würde ich Brady bei dem Spielzug genauso viel Schuld zuweisen. D...
[06.02.12-19:02]Nils